Stare
Sturnus vulgaris

Vogelzug – Frühstarter in die Winterquartiere

Vogelzug – die Frühstarter – Seit einigen Tagen schaue ich am späten Nachmittag vergebens in den wolkenlosen Himmel um die Mauersegler zu beobachten. In schöner Regelmäßigkeit zogen sie dort ihre Kreise um Insekten zu fangen. Wir freuen uns immer wenn sie hoch fliegen, dann gibt es schönes Wetter. Zwar sagt man das meistens wenn die Schwalben hoch fliegen, aber das gilt auch für die Mauersegler.

Zumeist sind in ihrem Umfeld auch Schwalben zu sehen, aber die Mauersegler gehören nicht zu den Schwalben, sondern zu den Seglern. An der Flügelform kann man die beiden Arten im Flug gut unterscheiden. Übrigens ist es nicht die Flughöhe der Vögel, der Aufschluss auf das kommende Wetter bringt, maßgebend sind die Insekten, die bei einem nahenden Hoch weit oben in der Luft zu finden sind.

Bei einer Hochdruckwetterlage werden die Insekten durch die aufsteigende Wärme nach oben getragen. Deshalb glaubt man es seien die Mauersegler und Schwalben, die auf ein Hoch oder Tief hinweisen. Diese fliegen aber nur so hoch oder tief, um die Insekten zu fangen.

Vogelzug der Arten

Jetzt bin ich allerdings ein wenig vom Thema abgedriftet. Wir waren dabei festzustellen, dass die Mauersegler verschwunden sind. Tatsächlich gehören die Tiere zu den Früh-Ziehern. Mauersegler fliegen immer. Selbst im Schlaf bleibt eine Gehirnhälfte wach, während die andere für die „Flugüberwachung“ zuständig ist. Nur während der Brutzeit findet man den Segler nicht in der Luft. Der innere Kalender der Vögel hat ihnen klar gemacht, dass sie nun den Vogelzug beginnen müssen. Ihr Ziel ist weit entfernt. Es geht nach Afrika, noch weiter südlich des Äquators.

Auch die Weißstörche machen sich Mitte August bereit ihren Flug anzutreten. Der Kuckuck hat uns bereits verlassen. Er braucht für seinen Flug ja nicht viel Kraft um aufzutanken, weil er die Brut und die Aufzucht seiner Nachkommen ja anderen Vögeln überlässt.

Bachstelze

Gegen Ende August sammeln sich häufig Amseln in größeren Gruppen, um gemeinsam in den Süden zu fliegen. Die Mauser ist nun zu Ende, dass neue Gefieder gibt wieder Schwung und so startet auch die Bachstelze jetzt in Richtung Marokko. Auch der prachtvolle Rotmilan ist nicht mehr lange zu bewundern. Er startet in der zweiten Augusthälfte nach Südfrankreich oder Spanien. Vereinzelt gibt es allerdings auch Exemplare, die sich bis in den November hinein Zeit lassen.

Abflug bei über 30 Grad?

Nun kann man sich fragen warum die Vögel jetzt, wo es doch noch so warm ist, bereits in den Süden fliegen. Maßgebend ist aber nicht das Wetter, sondern das Nahrungsangebot bei uns und in den Winterquartieren.

Der berühmte Vogelzug der Stare, die mit ihren Schwärmen bizarre Figuren in den Himmel malen, beginnt Anfang September. Die meisten Stare fliegen zu Beginn der Oktoberwochen und bereiten vielen Winzern bei ihrer Rast in den Weinfeldern große Sorgen.

der Schwarm

Kurzstrecken- und Mittelstrecken-Zieher unter den Zugvögeln beginnen den Vogelzug deutlich später. Kraniche und Gänse etwa Ende Oktober und November. Andere verlassen uns Richtung Süden, ohne das wir es überhaupt bemerken. Buchfinken oder Rotkehlchen die südwärts wandern, werden von ihren Kollegen aus dem Norden abgelöst, die hier den Winter verbringen.

Die so beliebte Nachtigall, der fröhliche Sänger, bevorzugt es alleine seine Reise anzutreten. In einer Nacht in der August-Mitte beginnt der Flug. Der Vogelzug der Nachtigall findet immer in der Nacht statt. Die Singdrossel, die uns mit ihrer Vielfalt an Strophen begeistert hat, fliegt nicht zu geregelten Zeiten. Ihre „Starttermine“ gehen bis in den November.

Wenn man in der nächsten Zeit draußen unterwegs ist, lohnt auch schon einmal der Blick in den Himmel, um den Vogelzug zu beobachten. Nicht alle machen so deutlich auf sich aufmerksam, wie die rufenden Kraniche oder Gänse auf ihrem Zug.

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