Parthenogenese im Tierreich

Parthenogenese – die jungfräuliche Geburt. Die unbefleckte Empfängnis ist uns allen durch die Bibel bekannt. Der Sohn Gottes sollte nicht in Erbsünde geboren werden, wie es bei allen Menschen nach dem Sündenfall von Adam und Eva der Fall ist.

Beim Säugetier Mensch gilt die Zeugung von Nachkommen ohne die männliche Befruchtung von Eizellen als nahezu unmöglich, aber ist es wirklich unmöglich?

Im Tierreich gibt es die Parthenogenese, die ungeschlechtliche Fortpflanzung. Sie ist bei den Insekten nicht so selten. Bei den Blattläusen kommt es recht häufig vor. Bis zu vierzig Generationen Blattläuse stammen nur aus Weibchen. Diese gebären ihre Jungen lebend und geben ihre Gene an die Nachkommen weiter. Damit diese genetisch nicht die Überhand gewinnen, kommt es einmal im Jahr zur Befruchtung durch männliche Artgenossen. Diese Jungen werden dann durch Eiablage geboren.

Das gleiche Verfahren gibt es auch bei den Gallwespen, bei Rochen, Schnecken und Reptilien. Dieser Artikel wäre nicht von mir geschrieben, wenn nicht auch ein Vogel mit im Spiel wäre und durch ihn bin ich erst auf den Begriff der Parthenogenese gekommen.

Parthenogenese bei dem Kalifornischen Kondor

Die San Diego Wildlife Alliance setzt sich für den Erhalt und die Erforschung des Kalifornischen Kondors ein. Die Art ist sehr stark bedroht und deshalb wurde die Zucht und Auswilderung zu einer der wichtigsten Aufgaben. So konnte die Population wieder auf 500 Tiere anwachsen. Bei der Auswahl der männlichen und weiblichen Tiere wurden diese streng kontrolliert und genetisch untersucht.

Um so erstaunter waren die Forscher, dass bei zwei der Männchen keine biologische Verwandtschaft mit einem der ausgewählten Väter festzustellen war. Wie eine Studie belegte, gibt es bei den Kalifornischen Kondoren die Jungfernzeugung. Zellen aus einem unbefruchteten Ei des weiblichen Kondors erfüllen die Aufgabe von Spermien und verschmelzen mit der Eizelle. Die Vögel können sich also normal sexuell und eigengeschlechtlich fortpflanzen.

Forscher sehen darin in der Zukunft eventuell eine Möglichkeit für die Arterhaltung von Tieren. Analysen vom Erbgut bei Sägerochen aus einem Mündungsgebiet in Florida ergeben auch bei den Rochen die Jungfernzeugung. Im Leipziger Zoo wurde 2012 ein Kalifornischer Schwellhai geboren, dessen Mutter alleine in dem Becken lebt.

Wenn man das alles nachvollzieht wäre es dann möglich, dass vor 2022 Jahren ein Wunder geschehen ist? Auch wenn es äußerst unwahrscheinlich ist. Das Dogma von Pius IX festigt den Glauben an die unbefleckte Empfängnis.

Quellen: nationalgeographic.detierwelt.chbiologie-seite.de

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.