Windräder – Gefahr oder Segen?

Windräder – Immer wenn die Regierung Beschlüsse zu Windrädern fasst, ruft das Befürworter und Gegner auf den Plan. Gerade beschließt die Bundesregierung das die Hindernisse für einen zügigen Ausbau der Windenergie durch Schaffung bundeseinheitliche Regularien beseitigt werden sollen.

Einige Bundesländer haben in der Vergangenheit versucht durch Mindestabstände zwischen Windrad und Wohnbebauung, die Errichtung von Windenergieanlagen zu verhindern. Nach dem Motto: „Windenergie ja, aber nicht bei mir.“ In Bayern liegt der Flächenanteil für Windenergie gerade bei 0,7 Prozent. Als Vorgabe wird von Bayern dann bis Ende 2026 nach den neuen Beschlüssen 1,1 Prozent und bis 2032 dann 1,8 Prozent gefordert.

Erst im April 2022 änderte man in dem Bundesland die Mindestabstandregelung vom 10Fachen der Höhe eines Windkraftrades in Metern. Im Schnitt sind haben Windräder eine Höhe von 160 Metern, dass wäre dann also eine Mindestabstand zur nächsten Wohnbebauung von 1,6 Kilometern. Da gibt es dann nicht viele Möglichkeiten ein Windrad zu errichten.

Windräder, Vögel und Insekten

Sogleich setzen in den sozialen Medien die Debatten ein. Da sind die Vogelschützer, die den Vogelschlag an den Windrädern anprangern. Dem widersprechen dann die Befürworter und vergleichen diese Zahlen mit der Zahl der durch Katzen getöteten Vögel, die ja bei weitem die der an Windrädern umgekommenen Tiere übertreffe. Ihnen wird dann natürlich sogleich eine Katzenfeindlichkeit vorgeworfen sie und nennen die Zahl der an Glasschlag getöteten Tiere.

So geht es weiter bis zu den Stellplätzen für Windräder, zum Beispiel im Wald oder in Naturschutzgebieten. In Naturschutzgebieten verbietet sich das Aufstellen von Windrädern, argumentieren die Naturschützer und die Waldbauern fordern Windräder auf Kahlschlagstellen oder auf Höhen die durch den Borkenkäfer oder durch Stürme zu Freiflächen geworden sind. So wollen sie ihre Verluste durch Beteiligungen minimieren.

Aber worum geht es eigentlich?

Windräder

Windräder gegen den Klimawandel

Um uns von den fossilen Energieträgern verabschieden zu können, wird ein Anteil von 2 Prozent je Fläche der einzelnen Bundesländer für die Windenergie gebraucht. Schaffen wir es nicht den Klimawandel zu bekämpfen, werden 2 Drittel der Vogelarten verschwinden. Andere Tierarten werden wegen Futtermangel in nördliche Länder ziehen. Die Folgen für die Menschheit sind bereits häufig beschrieben worden.

Die Zahlen des Vogelschlages an Windrädern liegen in den diversen Ländern Europas zwischen 0,007 und 1,5 Prozent. Erschreckender klingen da die Zahlen der toten Insekten. In Deutschland etwa fünf Milliarden Insekten. Setzt man dem aber die Zahlen der Insekten gegenüber, die durch Insektizide in der Landwirtschaft getötet werden und die Zahl der von Vögel gefressenen Insekten, dass sind 400 Mal so viele, relativiert sich diese Zahl aber auch.

Viel wichtiger ist aber, wie kann man die Zahl der durch Windräder ums Leben kommenden Vögel so gering wie möglich halten. Jeder einzelne Vogel und jede Fledermaus oder jedes Insekt ist schützenswert.

Es hat in der Vergangenheit bereits Gespräche zwischen den Energieträgern, dem NABU und BUND gegeben, bei denen man sich auf Maßnahmen verständigen konnte. So sollen Windräder nicht in unmittelbarer Nähe der Forste von Greifvögeln errichtet werden. Heute kennt man die Flugwege und Flugzeiten der Vögel in die Winterquartiere. Durch besenderte Vögel und durch Beobachtungen der Ornithologen sind auch Brutgebiete und Brutzeiten bekannt. Zu entsprechenden Zeiten können die Anlagen abgeschaltet werden oder entsprechend an alternativen Standplätzen errichtet werden. Kamerasysteme können vorausschauend nahende Vogelschwärme erkennen und die Anlagen können reagieren.

In einem norwegischen Institut fand man heraus, dass schwarze Rotorblätter den Vogelschlag um 72 Prozent reduzieren. Ein Workshop des Kompetenzzentrums Naturschutz und Energiewende bezeichnet die Maßnahme zwar als vielversprechend, meint aber es müsse erst erforscht werden ob unsere Vögel sich bei den bei uns typischen rot-weißen Blattspitzen, anders verhalten als bei den norwegischen schwarzen Blättern.  

Bundesamt für Naturschutz: „Ein zeitnaher Nachweis einer Wirksamkeit der Maßnahme ‚schwarzes Rotorblatt‘ in Deutschland ist angesichts zahlreicher offener Fragen zum Beispiel zum Artenspektrum, zu möglichen Untersuchungsmethoden, zur Anzahl an Standorten usw. nicht zu erwarten. Denkbar wäre die Konkretisierung möglicher Untersuchungen über eine Machbarkeitsstudie.“ – Eine typisch deutsche Reaktion. Wieso kann man eine Studie der Nachbarn nicht einfach akzeptieren?

Britische Studien stellten fest, dass die hellgraue Farbe der Windräder Insekten regelrecht anzieht und das Fledermäuse auf das rote Warnlicht reagieren. Man kann also alleine durch Farbänderungen bereits ohne viel Aufwand etwas verbessern. Wir müssen nur dazu bereit sein und manchmal lohnt auch der Blick über den Tellerrand.

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