Ammerland – das Land der Parkanlagen

Ammerland – das bedeutet Wasser, Wald, Wiesen, Felder, Parkanlagen und Rhododendron. Jetzt, Mitte Mai blüht der Rhododendron überall und in allen Farben. Wir besuchten den Park der Familie Hobbie in Westerstede. Hier gedeiht seit über 100 Jahren Deutschlands größter Rhododendronpark. In Westerstede findet alle vier Jahre Europas größte Rhododendronschau statt.

Hätte man dem Ort Westerstede mit der Zuordnung von 25 Dörfern nicht den Status einer Kreisstadt zugesprochen, gäbe es in der Region Ammerland keine einzige Stadt.

Rhododendron
in Hobbies`s Rhododendronpark

Rund um Bad Zwischenahn, mit dem Zwischenahner Meer, prägen Baumschulen das Gesicht der Landschaft. Auf riesigen Flächen wachsen Nadelgehölze und Laubgewächse

Ammerland – Tide im Binnenland

Eines der „Tiefs„, bildet das Aper Tief. Als „Tief“ bezeichnet man Gewässer, die in Form von ehemaligen Prielen oder durch einen Flusslauf mit Entwässerungskanälen und weiteres Tiefs mit dem Meer verbunden sind. Wie wohnten in unmittelbarer Näher des Nordloher Tiefs. An diesen Gewässern kann man im Binnenland die Tide feststellen. Der Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut kann über zwei Meter ausmachen. Deutlich zu sehen sind bei Ebbe die Wattflächen.

Am Aper Tief, gelegen zwischen dem Ort Apen und dem Ort Augustfehn, befindet sich ein 75 Hektar großes Naturschutzgebiet. Durch die Entdeichung im Jahr 2005 und die Gewässerrenaturierung entstand hier ein Naturschutzgebiet mit beispielhaftem Hochwasserschutz. Heute kann das Aper Tief wieder über die Ufer treten und sich mit der Aue verbinden. Das Wasser kann sich auf den Flächen bei Hochwasser ausbreiten. Das Fließgewässer der Tiefs läuft durch das niedrige, gerade 0,2 Promille Gefälle, langsam. Die sand- braune Farbe des Wassers wirkt auf den Betrachter zunächst befremdlich und man glaubt, dass das Wasser nicht gesund ist. Das liegt allerdings am lehmigen Boden, der auch Tone, Mergel und Kiesbänke enthält. Für diese Habitatsform sind die am Ufer stehenden Erlen und die Wasserpflanzen wichtige Strukturen.

Neben den üblichen Stockenten und weiteren Entenarten sehen wir Bruchwasserläufer, Brandgänse, viele Lachmöwen und auf den angrenzenden Feldern, den Kiebitz. Heimisch sind neben dem Grasfrosch und anderen Amphibien auch die Bekassine, Sumpf- Rohr- und Teichrohrsänger und das Blaukehlchen. Hier hat sogar der Rotschenkel sein Brutgebiet eingerichtet.

Durch die Vernässung stieg im Laufe der Jahre das Grundwasser stark an. Einige einst gefährdete Moorflächen erwachen zu neuem Leben und man rechnet mit dem Entstehen neuer Auenwälder im Ammerland.

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