Skua
Skua - Bild J.Mohr

Kleptomanie unter Vögeln?

Kleptomanie unter Vögeln ist nicht so selten wie man glauben mag. Jeder kennt den Spruch über die diebische Elster. Dabei ist bereits erwiesen, dass die Elster gar nicht so hinter glänzenden Dingen her ist. Ihren Ruf bekam sie, weil sie stets irgendwelche Sachen im Schnabel hat, um Vorräte anzulegen. Es gibt allerdings tatsächlich einen Vogel der gerne silbrig glänzende Dinge stiehlt und das ist ein Vogel bei dem man damit nicht gerechnet hat. Es handelt sich nämlich um den Schwarzmilan.

Weit verbreitet ist Kleptomanie aber bei den Möwen. Im Hafen von Warnemünde konnten wir live erleben, wie eine Möwe sich über das gerade gekaufte Fischbrötchen eines Kindes hermachte. Sie raubte den Fisch aus der Hand des Kindes.

Schlimmer ergeht es den Papageientauchern über dem Meer. Die Vögel tragen ihre Beute quer um Schnabel um so mehr Fisch zum Nest transportieren zu können. Bereits die kleineren Lachmöwen greifen den Papageientaucher an, um ihm den Fang zu entreißen. Dabei zwicken sie den Vogel in Schwanz und Flügel. Aus Angst, ihm könne Schlimmeres passieren, lässt der Papageientauche dann seinen Fang fallen.

Beim Angriff einer Mantelmöwe oder eines Skua, kann es dem Tier tatsächlich noch schlechter ergehen. Diese verspeisen dann und wann gleich den Vogel mit dem Fisch zusammen.

Immer bereit

Es sind aber nicht nur Möwen, die Kleptomanie betreiben. Selbst die bei uns so beliebten Blaumeisen oder Kohlmeisen begeben sich auf Raubzug. An anderer Stelle habe ich ja bereits einmal berichtet, dass Blaumeisen in strengen Wintern selbst in Höhlen eindringen, um sich an Fledermäusen satt zu fressen. Die Meisen sind in der Lage sich die Stelle eines Vorratslagers, das sich ein anderer Vogel anlegt, über einen Tag lang zu merken. In einem unbeobachteten Moment räumt die Meise dann das Lager zu ihrem Gunsten aus.

Der Milan hält sich gerne in der Nähe von Reiherkolonien auf, um dem auftauchenden Reiher seine Beute abzujagen. Der Graureiher ist aber nicht besser und stiehlt dem Kormoran die Nahrung. Enten machen es ähnlich und rauben dem gerade getauchten Blässhuhn den Fang.

Kleptomanie ist also bei unseren gefiederten Freunden nicht so selten. Jeder macht es sich so leicht wie es geht. Nach dem Motto warum soll ich mich bei der Jagd nach Futter anstrengen und lange suchen, wenn es einfacher geht.

Kleptoparasitismus ist auch bei anderen Tieren durchaus verbreitet. Darüber habe ich ebenfalls bereits berichtet.

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