Ringeltaube – vom Wald in die Stadt

Ringeltaube – wissenschaftlicher Name Columba palumbus – war einst ein scheuer Bewohner der Wälder. Heute gehört die Taube fast schon zum Stadtbild hinzu.

Die meisten Tauben in den Städten sind allerdings die Straßen- oder Stadttauben, die aus der Brieftaubenzucht oder aus verwilderten Haustauben hervorgehen.

In den Städten der Küstenregionen, im Norden, wie zum Beispiel in Hamburg ist die Ringeltaube deutlich häufiger zu finden als in den kontinentalen Städten. Im Norden läuft sie auch zwischen den Fußgängern her um Essensreste zu finden. Allerdings frisst sie nicht, wie die Stadttaube aus der Hand.

Das sie sich eine gewisse Scheu erhalten hat, beobachte ich auch im Garten, wenn sie versucht an die Futterstelle der anderen Singvögel zu gelangen. Sie sichert erst eione ganze Zeit lang die Umgebung und wechselt auch zunächst den Standort, um erneut zu sichern. erst dann traut sie sich an das Futter. Sobald man sich aber in der Nähe sehen lässt, fliegt sie auch schon davon.

Immer wieder wird die Jagd auf die Tauben gefordert. Man tauscht das Gelege aus, vergiftet Vögel oder nutz die Falkenjagd. Der Anlass ist allerdings weniger die Ringeltaube, als die Stadttaube.

Im Süden hat die Besiedlung des urbanen Raums deutlich länger gedauert. In München war die Ringeltaube lange Zeit überhaupt nicht zu finden. Die Taube beschränkte sich zunächst auf den dörflichen Bereich und gelangte zögernd in die Parks und Anlagen des vorstädtischen Bereichs. Erst danach gelangte sie auch in die Stadtmitte.

Die Stadt verspricht den Vögeln mehr Sicherheit. Prädatoren wie Eichelhäher , Rabenkrähe oder Elster haben es in der Stadt nicht so leicht um an das Gelege zu kommen. Die Winter sind milder als im freien Feld und der Vermehrungserfolg ist in der Stadt größer.

Die Besiedlung einer Stadt kann am Beispiel von Osnabrück gut wiedergegeben werden, weil Vogelbeobachter den Vorgang dort dokumentierten. Erst 1986 begann gelangt die Ringeltaube in den Kernbereich der Stadt. Der Bestand nahm zunächst bis 1994 ständig zu und sank dann kontinuierlich bis 1997 ab. Die Populationsgrenze schien dann erreicht, weil der Bestand sich dann mit leichten Schwankungen gehalten hat und auf dem Niveau stagniert.

Ringeltauben die als Standvögel leben können eine monogame Dauerehe führen. Die Teilzieher unter den Vögeln leben eher in einer Saison Beziehung.

Die Balz der im Freiland lebenden Vögel beginnt im März/April. Bei den Stadttauben bereits im Winter. Dort kann es vorkommen, dass in der Nachweihnachtszeit im abgebauten Weihnachtsbaum ein Taubennest zu finden ist. Die Ringeltaube im Freiland kann ein Alter von 21 Jahren erreichen. Man erkennt die Art gut an dem weißen Feld am Hals, das ihr auch den Namen gibt. Auch die Flügel sind weiß gezeichnet.

Was die Jagd auf die Tauben angeht, verweise ich auf das Tierschutzgesetz:

Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen
Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden
zufügen.“ (§1Tierschutzgesetz)

Quellen: NABU , Der Falke

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