Vogeluhren – circadiane Uhr

Vogeluhren – ursprünglich dachte man das der Beginn des Vogelgesang im Zusammenhang mit dem Tageslicht beginnt.

Versuche in abgedunkelten Räumen haben jedoch ergeben das Vögel einen 24 Stunden Rhythmus nutzen. Eine Art innere Uhr. Diese Uhr ist allerdings nicht beständig. Bei manchen Vögeln schlägt sie schneller und die Aktivitäten beginnen früher. Bei manchen schlägt sie langsamer und die Aktivitäten verspäten sich. Man bezeichnet das als „circadiane Uhr“ = ungefähr – Tag .

Durch dies innere Uhr sind Vögel bereits auf den kommenden Tag vorbereitet. Der Hormonhaushalt und die Körpertemperatur sowie die Stimmung sind bereits „voreingestellt“ und der Vogel kann den Tagesablauf sofort aktiv beginnen.

Die circadiane Uhr ist der Wecker. Sonne, Temperatur und das Wetter stellen die Uhr ein. Sie sind die „Zeitgeber“ der Uhr. So können die Tiere sich perfekt auf den Tagesablauf mit seinen wechselnden Bedingungen einstimmen.

Umweltfaktoren und Lichtverhältnisse wirken sich auf die Vogeluhr aus. Es gibt Vögel die bereits vor der ersten Dämmerung singen, wie das Rotkehlchen, während andere erst viel später mit dem Gesang beginnen. Man vermutet, dass das mit den Tagesaktivitäten zusammenhängt. Außerdem stellte man fest das die Vögel der Dämmerung einen größeren Augendurchmesser haben. Zudem gibt es auch bei Vögeln den „Frühaufsteher“ und den „Langschläfer“.

Eine innere Uhr gibt es auch im Bezug auf das Jahr. Die Jahresuhr der Vögel. Der Verhaltensforscher Eberhard Gewinner stellte bei Versuchen mit mehreren Arten fest, dass bei stets gleich bleibenden Licht- und Temperaturverhältnissen , präzise Rhythmen für den Ablauf der Mauser und der „Zugunruhe“ eintreten. Es existiert also ein „circannualer Kalender“. Die Jahresuhr läuft allerdings schneller als das Kalenderjahr. Die Regulierung scheint durch die Länge des Tageslichts zu erfolgen. Weitere Faktoren können die Nahrungs- und Wetterbedingungen sein.

Globale Veränderungen der Umwelt und Klimabedingungen wirken sich auf die Zeitpläne der Vögel beim Zugverhalten aus. Sie bringen die Uhren durcheinander. Ein immer früher eintretender Frühling oder Herbst verändert die Reaktionen der Vögel unterschiedlich. Einige Arten ändern ihr Verhalten, andere tun das nicht. „Wettervögel“ können sich schneller an neue Bedingungen anpassen, als die Arten mit festen Zug- und Zeitprogrammen. Der Kuckuck kommt oft später als andere Zugvögel zurück. Diese wiederum sind heute bereits ein bis zwei Wochen früher zurück. So kommt es vor das er sein Kuckucksei in Nester ablegt, in denen die eigene Brut bereits soweit voraus ist, dass das Kuckucksei von der geschlüpften Brut aus dem Nest geworfen wird. Eigentlich hat der Kuckuck sich das genau andersherum vorgestellt.

Ein weiteres Problem ist die „Lichtverschmutzung“ der Städte. Diese verändert möglicherweise auch die Tages- und die Jahresuhr der Vögel. Man hat festgestellt, dass die Stadtamseln früher Brutbereit sind als ihre Artgenossen im Wald. Die Tiere sind also gezwungen ihre Zeitpläne so umzustellen, dass sie mit den vom Menschen geschaffenen Veränderungen leben könne. Hoffen wir das sie es schaffen.

Informationen aus „Schattenblick“ -Der Falke – Journal f. Vogelbeobachter. Dr. Barbara Helm – Ornithologin Max Planck Institut für Ornithologie

Werbeanzeigen

2 Gedanken zu „Vogeluhren – circadiane Uhr

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s