Vogelschutzrichtlinie

Vogelschutzrichtlinie der EU feiert 40. Geburtstag. Wirklich ein Grund zum Feiern? Immerhin sind die Bestände in vielen Fällen rückläufig bis alarmierend.

Die EU Vogelrichtlinie die am 02.April 1979 beschlossen wurde verpflichtet die Mitglieder der EU einen günstigen Erhaltungszustand der Vögel in Europa zu erreichen. Die Lebensräume der Vögel sollen geschützt werden. Die entsprechenden Arten sind im Anhang 1 der EU Richtlinie festgehalten. Es handelt sich um Arten die damals besonders bedroht waren. Es wurden rechtliche Grundlagen geschaffen die den Schutz gewährleisten sollen.

Die Frage muß aber gestellt werden, ob die Vorschriften auch eingehalten werden. Angesichts Tausender getöteter Zugvögel in Südeuropa kommen mir da Zweifel. Fakt ist das es in den entsprechenden Regionen wo die Vogeljagd, wenn auch illegal, noch stattfindet, die gesetzgebende und ausführende Gewalt nur halbherzig gegen die Wilderer vorgehen. Tierschützer die nach Südeuropa reisen um die Zugvögel zu schützen, indem sie die Fallen und die Wilderer ausfindig machen und anzeigen, finden nur wenig Unterstützung und werden sogar körperlich attackiert.

Überhaupt haben sich einige Länder, wie auch die BRD, schwer getan die gesetzten Ziele einzuhalten. Laut dem Vogelschutzexperten des NABU Lars Lachmann wurde in Deutschland ein einigermaßen vollständiges Vogelschutzgebietnetz erst 2009 erreicht. Also 30 Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie, obwohl das Ziel bereits zwei Jahre nach 1979 erreicht sein sollte.

Vogelschutzrichtlinie – Bestände erholen sich

Da gibt es noch einiges zu tun. Richtig ist aber auch das die Bestände der im Anhang 1 aufgeführten Arten sich tatsächlich erholen. Die Populationen der Kraniche, Wanderfalken, Schwarzstörche und Seeadler sind deutlich im Aufwind.

Das Problem der EU Richtlinie besteht darin das die Vögel der Agrarlandschaften nicht in den Schutz einfließen. Hier sind die Verluste besonders dramatisch. Rückgänge über 50 Prozent geben allen Anlaß zur Sorge.

Problem Feldvögel – Rückgang über 50 Prozent

Die intensive Landwirtschaft nimmt diesen Vögeln den Lebensraum und die Grundlage ihrer Existenz, die Insekten. Wo keine Nahrung mehr vorhanden ist, schwinden auch die Arten. Kiebitz und Feldlerche brauchen zwingend Insekten um zu überleben. Es muß also neben der EU Vogelschutzrichtlinie Maßnahmen für eine nachhaltige, umweltschonende Agrarpolitik geben. Leider sind hier die Lobbyisten offensichtlich noch zu stark in der europäischen und nationalen Politik aktiv. Subventionen und Zahlungen müssen vermehrt anstatt in die Intensivierung von Nutzungsflächen, an die Landwirte gezahlt werden, die sich für die Biodiversität und für den biologischen Anbau einsetzen. Es ist bereits später als fünf vor zwölf.

Es gilt jetzt den Lebensraum für unsere Feldvögel zurück zu gewinnen, wenn wir diese Arten nicht verlieren wollen.

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