Rotkehlchen

Erithacus rubecula          

Rotkehlchen – neulich konnte ich erstmals den Bettelruf des Weibchen verfolgen. Das Weibchen sitzt in meinem Fall auf einem Busch und fordert das Männchen auf. Dieses fliegt in mein Futterhaus, schnappt sich ein Korn und fliegt zum Weibchen um es zu füttern.

Rotkehlchen

Schon vorher haben die beiden Vögel sich kennengelernt. Allerdings pflegen sie nur eine lockere Beziehung. Oft geht jeder seinen eigenen Weg. Das ändert sich jetzt. Hat das Weibchen das angebotene Futter angenommen, ist die Beziehung besiegelt. Von jetzt an gehen sie ihren Weg gemeinsam. Man könnte das mit dem Ringtausch bei der Trauung des Menschen vergleichen.

Die Vögel führen zur Verteidigung ihrer Reviere heftige Kämpfe aus. Dabei versuchen sie dem Gegner die Augen auszustechen. Die Kämpfe können bis zu eine halben Stunde dauern und können tödlich enden.

Rotkehlchen

Das Nest wird am Boden alleine vom Weibchen gebaut. Auch die Brut übernimmt das Weibchen, wird aber bei  der Fütterung vom Männchen unterstützt. Die leeren Schalen der Eier bringen die klugen Vögel an einen anderen Ort, damit das Nest nicht auffällt. Auch der Kot wird regelmäßig entfernt. Die Brut dauert etwa fünf Wochen. Falls nötig brüten sie auch noch weitere 15 Tage.

Die Stimme des Singvogels hört man über das ganze Jahr. Die Rotkehlchen, die wir im Winter sehen, sind oft andere als die im Sommer. Unsere Sommer- Kehlchen fliegen nämlich im Winter in den Mittelmeerraum, während die aus dem Norden bei uns überwintern.

Der liebliche Gesang des Vogels ist so vielfältig das es keine Merkverse im Buch von Klaus Philipp „Vogelstimmen“ dazu gibt. Bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang beginnt das Rotkehlchen mit dem Gesang.

Rotkehlchen

Wenn  man den Vogel  näher betrachten will, braucht man nur den Boden aufzuharken und es tippelt schön hinterher, in der Hoffnung einen dicken Wurm zu ergattern.

In den Sommermonaten besteht die Nahrung aus Insekten, Spinnen, Würmern, Schnecken und Larven. Man hat sogar schon beobachtet, dass Rotkehlchen Wasserinsekten und kleine Fische verzeheren. In der Art eines Eisvogels stürzen sie sich dabei ins Wasser.

Im Winter nehmen sie auch die Futterstellen mit Sämereien oder Haferflocken an. Der Vogel ist an den Menschen gewöhnt und kommt sogar bis auf die Hand.

Rotkehlchen lieben die Nähe großer Tiere, da diese mit den schweren Füssen viel Staub und damit auch Insekten aufwirbeln.

Rotkehlchen (Wilhelm Busch)

Rotkehlchen auf dem Zweige hupft, 
wipp, wipp, 
hat sich ein Beerlein abgezupft, 
knipp, knipp, 
läßt sich zum klaren Bach hernieder, 
tunkt’s Schnäblein ein und hebt es wieder, 
stipp, stipp, stipp, stipp, 
und schwingt sich wieder in den Flieder.

Es singt und piepst 
ganz allerliebst, 
zipp,zipp, zipp, zipp, tirili, 
sich seine Abendmelodie, 
steckt’s Köpfchen dann ins Federkleid 
und schlummert bis zur Morgenzeit.

Wilhelm Busch (1832-1908)

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