Wahner Heide – Telegraphenberg

Das herrliche Frühjahrswetter am 29. März 2019 veranlaßt uns eine Tour nach Köln Wahn zu unternehmen. Eigentlich wollte ich in die Rheinauen bei Köln Wahn. Über die Wander App Komoot hatte ich eine Tour ausgesucht. Nur ging diese nicht in die Aue, sondern in die Heide.

Dennoch war es eine sehr schöne Wanderung über 9,9 Kilometer in die Heide und Heidemoorlandschaft. Diese zählt zu den artenreichsten ihrer Art in Mitteleuropa.

Wahner Heide

Der Norden des Gebietes war geprägt durch Holzeinschlag, Ackerbau und Imkerei sowie Plaggenwirtschaft. Plaggenwirtschaft wurde hauptsächlich im Norden betrieben. Ostfriesland, das Oldenburger Land waren solche Regionen. Es geht um die Bewirtschaftung von leistungsschwachen Böden seit der Eisenzeit.

Der Süden galt der Beweidung mit Schafen und Kühen. In den Wintermonaten gab es zur Eichelmast einen Schweineauftrieb.

Vom Mai bis in den September grasen im Süden Heidschnucken.

Wahner Heide

Maßgeblich zur Entwicklung der Landschaft hat das Militär beigetragen, dass hier einen Übungsbetieb durchführte. Ebenfalls eine regelmäßige Entbuschung formte das Gesicht der Region.

Eine Informationstafel erklärt die Bodenbeschaffenheit an einer Senke. Hier taucht der Begriff „Podsol Boden“ auf. Ein Wort aus dem Russischen mit der Bedeutung „Ascheboden“. Metallhaltiger, karger Boden, stark versauert, aber wichtig für besonders gefährdete Pflanzenarten der offenen Heidelandschaft.

Wahner Heide

Wir erreichen den Telegraphenberg. Auf 134 Metern Höhe wurde 1834 eine Telegraphenstation errichtet. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Bergische Land. In der Ferne kann man Gebäude des Köln-Bonner Flughafens erkennen.

Nun geht es bergab und wir erreichen das Restaurant und den Biergarten „Heidekönig“. Ein sehr schönes, altes Fachwerk mit Selbstbedienung und einem schönen Biergarten. Auf den Tischen Tischdecken und die Tischnummer, die man bei seiner Bestellung an der Theke angibt. Das Essen wird dann an den Tisch gebracht. In erster Linie ißt man hier einen köstlichen Flammkuchen, den man mit einem schönen Glas Wein genießen kann.

Wahner Heide

Auch wenn man sich nur ungerne trennt, geht es dann weiter. Nicht sehr weit entfernt findet man die Quarzsteinplatte, den Ringelstein, auf dem 1670 eine Franzuskanerklause errichtet wurde. Die Eremitage stand auf dem 123 Meter hohen Ravensberg. Hier lebten einige Bettelmönche, bis der Kölner Erzbischof die Eremitage 1833 abreißen ließ.

Wahner Heide

Nach der Überquerung des in einem künstlichen Verlauf liegenden Katzenbachs erreichen wir das mit Stacheldraht umgebene Munitionsdepot der belgischen Armee.

Schließlich erreichen wir den Leyenweiher. Dieser 1845 angelegte Stauteich ist bekannt für großen Fischreichtum und blühende Seerosen.

Wahner Heide

Hoch über uns fliegt ein Rotmilan, als wir nach einer ausgedehnten Wanderung wieder unseren Ausgangspunkt erreichen. Schön wäre es gewesen, wenn zwischendurch einmal eine Bank gestanden hätte. Diese waren aber erst auf dem letzten Kilometer zu finden.

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3 Gedanken zu „Wahner Heide – Telegraphenberg

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