Der Botanische Garten

Der Botanische Garten der Ruhr Universität Bochum zählt zu den schönsten ihrer Art weltweit.

Der Botanische Garten

Er liegt in herrlichen Landschaft, begrenzt von den Gebäuden der Universität, dem Lottental und dem Kemader See. Gegründet wurde der Botanische Garten 1962 zu Studien und Forschungszwecken der Biologischen Fakultät. Anlässlich des 25jährigen Jubiläum schenkte die Universität Shanghai den Bochumern den heute überall bekannten Chinesischen Garten. Dieser erhielt den Namen „Quian“, nach dem chinesischen Dichter mit gleichem Namen, der von 365 – 427 nach Christus lebte.

Chinesischer Garten
der chinesische Garten

Der Bericht vom Pfirsichblütenquell des Poeten ist den Chinesen allgemein bekannt und handelt von der Sehnsucht des Dichters nach einer Idealgesellschaft und dem idyllischen Leben im Einklang mit der Natur.

Der Botanische Garten
Felsenlandschaft im Chinesischen Garten

Die Felsenlandschaft im Chinesischen Garten besteht aus 600 Tonnen Gestein. Der Garten belegt innerhalb des Botanischen Garten eine Fläche von 1000 qm. Der Botanische Garten hat eine Größe von 13 Hektar.

Dazu gehören vier Schauhäuser. Das Tropenhaus, das Wüstenhaus und zwei Savannenhäuser. Wegen der Corvid 19 Pandemie dürfen die Häuser aus Sicherheitsgründen zur Zeit nicht besucht werden. Außerdem ist nur der Eingang am Betriebshof geöffnet, um die Gartenbesucher nicht zu gefährden.

Der Botanische Garten

Durch eine „Einbahnstraßenrgelung“ für den Fußgänger können die Corona – Regeln gut eingehalten werden.

Dennoch hat der Botanische Garten dem Besucher viel zu bieten. So findet man in der Außenanlage eine europäische Biotoplandschaft, Heidevegetation, Küstenvegetation, Pflanzen aus Europa, Nord-Amerika und Asien. Ein Alpinum und eine Bachlandschaft gehören ebenso dazu, wie auch die Schauhäusern die Wüsten- und Savannenlandschaften vor den Schauhäusern

Man kommt an den verschiedensten Baumarten aus aller Welt vorbei, wie dem Ginko und den knapp 60 Jahre alten Mammutbäumen. Der Duft tausender Blüten schmeichelt dem Geruchssinn.

Der Botanische Garten ist nicht nur für die Studenten der Ruhr Universität ein Ort der Ruhe und der Entspannung. Übrigens, womit man eigentlich nicht rechnet, der Eintritt in den Botanischen Garten der Ruhr Universität Bochum ist frei und wenn man die Adresse ins Navi eingibt, unbedingt daran denken das dem Straßennamen “ Südstrasse“ noch ein Buchstabe vorangesetzt ist. I-N-G-M – der Eingang „Betriebshof“ befindet sich auf der N-Südstraße 160.

Hier noch ein paar Impressionen:

Amerika – vor der Wahl

Amerika – nach einem Artikel von Umair Haque in Eudaimonia und Co

Das einst hochgelobte Land der Freiheit und der grenzenlosen Möglichkeiten versinkt innerhalb weniger Jahre durch den Trumpismus in ein Land der sozialen Zusammenbrüche.

Die amerikanische Gesellschaft implodiert. Der massenhafte Tod und die Erkrankung von Millionen sind in einen alltäglichen Zustand übergegangen. Die Wirtschaft ist in einem grausamen Zustand. Innerhalb nur kurzer Zeit hat es Trump geschafft den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu zerreissen.

Amerika – arm gegen reich

Alleine der Reichtum zählt. 50 Prozent der arbeitenden Bevölkerung arbeiten im Niedriglohnsektor. Man spricht von der Tätigkeit des Arbeiters als „die niedere Arbeit von Dienern für die Reichen.“

80 Prozent der Amerikaner leben von einem Monats-Gehaltsscheck auf den nächsten.

Der Missbrauch von Frauen und Kindern, die Frage der öffentlichen Sicherheit, wie viele Kinder werden in den Schulen erschossen, dass sind Themen die den Alltag beherrschen.

Hoffnung, Optimismus auf eine bessere Zukunft, Dinge die eine Gesellschaft prägen, gibt es nicht mehr. Die Amerikaner erwarten das sich das Leben stetig verschlechtert.

Die Lebensgrundlage, ein Arbeitslohn von dem man Leben kann, eine medizinische Versorgung und die öffentliche Sicherheit wird vom Staat nicht mehr gewährleistet.

Amerika – faschistisch?

Schlimmer kann eine Gesellschaft kaum scheitern. Die Frage stellt sich ob Amerika faschistisch ist.

Wie anders soll man einen Staat bezeichnen, indem Kinder, von den Familien getrennt, in Konzentrationslagern und Käfigen untergebracht sind?

Wie soll man einen Staat bezeichnen indem Überfälle auf Menschen anderer Hautfarbe an der Tagesordnung sind? Wo Verbote, Säuberungen, Hass, Entmenschlichung, Verleugnungen Elemente der Gesellschaft geworden sind? Wo es gefährlich sein kann Wahrheiten auszusprechen?

Auch wenn der große Teil der Amerikaner es abstreiten wird, das Land sei nazistisch, sind die Anzeichen nicht zu übersehen. Auch die guten Deutschen der 1930er Jahre wollten die Tatsachen nicht sehen.

Wo ist ein Staat gestrandet, in dem Mütter und Großmütter sich schützend in erster Reihe vor eine Demonstration aufbauen um eine menschliche Blockade zu bilden. Mit Schildern auf denen steht : „ich bin so enttäuscht, Mutter“ und die Texte singen wie: „Hände hoch, erschießt mich nicht!“

Wo es eine Bundesregierung gibt, die bei Demonstrationen nicht identifizierbare Bundesbeamte einsetzt, die wie Soldaten einer Besatzungsarmee auftreten, Demonstranten von der Straße schlagen und verschleppen, Blitzschläge, Tränengas und Schlagstöcke einsetzen.

„Trumps Truppen“ werden sie bereits genannt. Ein Absurdum ist, dass ein Gericht der Stadtpolizei Portland den Einsatz von Tränengas verbietet, aber das für die Bundesbeamten nicht gilt.

Trumps Amerika hat verschiedene Gesichter der Gesellschaft erschaffen. Zum Einen die „Stille Mehrheit“ und zum Anderen die fanatischen „amerikanischen Idioten“ (original Bezeichnung des amerikanischen Autors).

Letztere schaffen ein Bild von Amerika, das genauso aussieht wie das Bild der talibanischen, islamischen Gesellschaft, die sie eigentlich hassen.

Ihre Forderungen gehen von der Kontrolle über den Körper der Frau, zur Verweigerung von Impfungen, bis zum Nichtunterricht der Kinder.

Sollten Frauen nicht Gegenstand und Besitztum sein?

Sind Minderheiten Menschen?

Existiert die Evolution?

Soll man Kindern Aberglauben statt Wissenschaft beibringen?

Die Folgen dieser „idiotischen Ideologie“ sind der Ersatz von Wissenschaft durch Aberglaube, der Ersatz menschlichen Anstands durch Aggression, der Ersatz von Nachdenklichkeit durch gedankenlose Grausamkeiten. Ersatz von Wissen durch Unwissen, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Hass und Gier.

Trumps Wahl war der Triumph des „amerikanischen Idioten“.

Amerika – Zukunft?

Während andere Länder über Fortschritt und Zukunft debattieren, ist Amerika damit beschäftigt über die Themen der „amerikanischen Idioten“ zu debattieren. Sollen Lehrer bewaffnet werden? Darf die Geheimpolizei Entführungen durchführen? Sind das Fake News, oder Wahrheiten?

Der soziale Zusammenbruch von Trumps Amerika ist ein Superkollaps. Amerika ist durch Trump einsam geworden. Das Leben für den schwer Arbeitenden zur Qual geworden, mit ständigen Existenzängsten.

Das Land wird von einem Psychopathen geführt, der glaubt das es ein grundlegendes Menschenrecht ist, eine Waffe bei Sturbucks tragen zu dürfen, aber das Gesundheitswesen als Grundrecht ablehnt.

Amerika steht vor der Wahl, wie lange der Zusammenbruch noch währt.

Der Text ist aus dem Amerikanischen ins Deutsche übertragen und gibt Anlass über die Zustände in Amerika nachzudenken. Außerdem stellt sich die Frage wie die Auswirkungen populistischen, „patriotischem“ Gedankengutes auch in anderen Ländern sein kann.

Trauerschwan

Trauerschwan- oder auch Schwarzschwan, ist der Name dieses exotischen Schwan. Seine Heimatregion ist Australien und Tasmanien. In einem australischen Bundesstaat ist er als Wappentier sogar in der Staatsflagge zu finden.

Mitte des 19.Jahrhunderts versuchte man in England, nach erfolgreicher Zucht, durch Auswilderung eine wilde Population zu erreichen, was aber nicht gelang.

In den Niederlanden und vermutlich in NRW ist es zu einer verwilderten Population gekommen, die sich gegen den weißen Höckerschwan durchsetzen konnte, der sie sonst vertrieben hat. Der Schwan ist äußerst selten zu finden.

Eine Ausbreitung des Trauerschwans ist in Deutschland unerwünscht. Eine plausible Erklärung dafür ist mir nicht bekannt, außer das er eben ein Gefangenschaftsflüchtling und ein Neozoen ist.

Trauerschwan – Cygnus atratus

Die Ernährung besteht aus Wasseralgen, ufernahem Gras und Algen. Sie leben an Seen und Überschwemmungsgebieten mit wenig Strömung und viel Ruhe. Weil er sehr anfällig für Störungen ist, ändert er häufig seinen Standort, bleibt aber immer im Umkreis von etwa 100 Kilometern von seinem ursprünglichen Aufenthaltsort. Trauerschwäne sind keine Zugvögel.

In Deutschland gibt es nur wenige Brutpaare. Mein Paar am Vogelschutzgebiet Essen Heisingen war mit vier Dunenküken unterwegs. Die Küken haben eine silbergraue Färbung. 2005 gab es lediglich 11 Brutpaare.

Die Brut besteht aus vier bis acht Eiern und wird meistens vom Weibchen bebrütet. Das ist auch besser, weil mitbrütende Männchen häufig vergessen die Eier zu drehen, oder sich neben die Eier setzen.

Der Trauerschwan ist etwas kleiner als der weiße heimische Höckerschwan. Er wirkt aber durch den längeren Hals und dem auffallend glänzenden schwarzen Gefieder robuster. Die Federn erinnern durch die Krümmung der Flügeldecken und der Schulterfedern an Dachziegeln, im Vergleich zum Gefieder des Höckerschwan. Die Weibchen unterscheiden sich nur durch einen etwas kürzeren Hals und einem kürzeren Schnabel vom Männchen.

Weiß ist lediglich an Hand- und Armschwinge zu sehen. Allerdings kann man dies nur im Flug erkennen, weil diese Federn verdeckt sind. Eine weiße Binde befindet sich auch am vorderen Schnabel, der ansonsten rot gefärbt ist.

Der berühmteste Artgenosse ist der Trauerschwan „Petra“ vom Münsteraner Aasee, der sich in ein weißes Tretboot in Form eines Schwanes verliebt hatte.

Lottental

Lottental ist der Name eines Tales am Kemnader See. Unsere Wanderung beginnt im südlichen Teil des Lottental, welches zum Bochumer Ortsteil Querenburg zählt. Im späteren Verlauf gehört das Tal zum Ortsteil Stiepel.

Lottental

Lottental und Zeche Klosterbusch

Gegenüber des Parkplatzes befindet sich noch das ehemalige Maschinenhaus der Zeche Klosterbusch. Von 1918 bis 1962 wurde hier Steinkohle abgebaut.

Gegenüber stehen in rotem Anstrich die Beamtenwohnhäuser der Zeche. Diese sind auch heute noch bewohnt.

Lottental
ehemaliges Maschinenhaus der Zeche Klosterbusch
Lottental
Steinbruch mit dem Stockumer Sattel, im ersten, rechten unteren Drittel

Unter Naturdenkmalschutz steht der Steinbruch der Zeche, auf dem Berg „Kalwes“. Die Flächen am Steinbruch werden heute als Versuchsfläche für den Botanischen Garten der Ruhr Universität genutzt. Der Kalwes ist eine 159 Meter hohe Erhebung.

Auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen sieht man noch die Reste der Fundamente von der einstigen Seilbahn der Zeche Klosterbusch.

Lottental
auf dem Feld sind die Fundamente der Seilbahn zu erkennen

Unser Weg verläuft zunächst parallel des Lottenbach. Er entspringt im Bochumer Stadtteil Wiemelhausen und mündet hier ganz in der Nähe nach 3,8 Kilometern in den Kemnader See. Begrenzt wird das Lottental von einem schönen Mischwald aus Buchen, Eichen, Weiden und Ahorn.

Artenvielfalt im Lottental

Der Bach durchfließt einen Teich, der Teil des Teichkomplexes des Botanischen Gartens der Ruhr-Universität Bochum ist. Eigentlich ist dieser Teich schon ein Seerosenteich, wir haben Glück das die Rosen geöffnet sind, denn sie blühen ja nur 4- 5 Tage. Bekannt ist das Lottental auch für die große Artenvielfalt bei Amphibien. Uns sind bereits die Abgrenzungen am Feldrain zur Straße aufgefallen, die zum Schutz der Kröten und Salamander angebracht wurden. Wasserfrösche, Erdkröten und Molche sind hier zu finden.

Seerose

Neben an befindet sich ein Hinweisschild auf den Botanischen Garten. Außerdem gibt es auf dem Unigelände am Kalwes auch noch einen chinesischen Garten. Zur Zeit hat man man wegen Baumarbeiten keinen Zugang zum Gelände.

Ganz in der Nähe hören wir einen Grünspecht, können ihn aber leider nicht entdecken. Auch den Falken der kurze Zeit später über unsere Köpfe hinweg fliegt bekomme ich nicht aufs Bild.

Katze

Der Weg führt nun Weg von der Straße, den Hang hinauf. Wir kommen am Hofladen Grünendiek vorbei und sehen ein paar schöne Hühner und einen prachtvollen Hahn. Die Katze die wir wenig später in der Wiese entdecken, gehört sicherlich auch zum Hof.

Distel
Distel

Achtung Lebensgefahr

Nun geht es durch den herrlichen Mischwald hinauf auf die Höhe. Das Sonnenlicht bricht sich im Laub der Bäume und trifft auf große Farnflächen, ein wunderschönes Farbenspiel. Wir werden nun darauf hingewiesen das Lebensgefahr besteht. Lebensgefahr wegen eventuell vorbeifliegender Golfbälle. Der Weg führt nämlich jetzt ein Stück über das Gelände eines Golfplatzes. Eigentlich lädt der Rasen zum Verweilen ein. Er sieht aus wie ein Teppich, aber da gibt es ja die fliegenden Golfbälle….

Nachdem wir unbeschadet das Gelände passiert haben werden wir mit einem Fernblick auf Herbede und Witten belohnt.

Lottental

Lottental und Kemnader See

Nun geht es durch eine Eichen-Allee weiter und schließlich befinden wir uns wieder auf unbefestigtem Weg, parallel zum Kemnader See. Ab und zu können wir einen Blick auf den unten im Tal liegenden See erhaschen. Zur anderen Seite geben die Bäume den Blick auf die im Hintergrund liegenden Gebäude der Uni Bochum frei.

Lottental
Ruhr Universität Bochum

Dann haben wir eine Stelle erreicht wo man einen guten Blick auf den 1979 fertiggestellten Kemnader Stausee hat.

Auf dem weiteren Weg hinunter ins Tal entdecke ich einen Grauschnäpper der auf einem frei schwebenden Ast auf vorbeifliegende Insekten wartet. Schließlich erreichen wir den See. Rechter Hand befindet sich ein „Strand“ und ein Restaurant, weiter eine Imbissbude und Toiletten-Anlagen. Kein Wunder also, dass hier schon recht viel Betrieb ist.

Grauschnäpper
Grauschnäpper
Kemnader See
Kemnader See

Wir gehen nur ein kurzes Stück am Uferweg entlang, bevor wir in Richtung unseres Parkplatzes abbiegen. Die Rasenflächen zeigen deutlich Spuren der Verunreinigung durch die vielen Kanada- und Nilgänse. Leider gibt es noch immer Leute, die hier munter die Gänse füttern. Damit hilft man den Tieren nicht.

Der Rest des Weges geht es wieder durch einen Grünzug zurück zu unserem Ausgangspunkt. Es war eine abwechslungsreiche und interessante Wanderung in unserer Nachbarstadt Bochum.

Lottental

Erft – Weckhoven

Erft und die Neusser Stadtteile Weckhoven und Selikum waren die Ziele unserer heutigen Wanderung.

Das erste Stück führt uns durch eine kleine Siedlung. Aber schon bald liegt vor uns ein Gerstenfeld. Immer wieder müssen wir überlegen um welches Getreide es sich handelt.

Wie war das noch, lange Grannen, kurze Grannen, kaum Grannen, Gerste lang, Roggen kurz und Weizen kaum eine Granne.

Nachdem wir das durch diskutiert haben, liegt vor uns ein Bauernhof, über dessen Eingang ein Banner angebracht ist.

Erft – Kinder Bauernhof und Wirtschaftsgarten

Bauerngarten

Darauf steht : Kinder Bauernhof . Hier gibt es Schweine, Pferde, Schafe, Ziegen und natürlich Hühner. Es können Kindergeburtstage gefeiert werden und selbst ein Hofcafe ist vorhanden, welches aber zur Zeit wegen Corona nicht geöffnet hat. Hinter dem Gut Selikum befindet sich noch ein Bauerngarten und Imker werben mit mehreren Bienenhäusern für ihren Stand.

Wildblumen
Wirtschaftsgarten mit Wildblumen

Wir zwei „Alten“ sehen uns den etwas abseits gelegenen Muster – Wirtschaftsgarten an. Wer Anhänger des nachhaltigen und umweltfreundlich Anbaus ist, bekommt hier leuchtende Augen. Von der Blumenwiese über das Gewürzebeet und Gemüsebeet zur Sonnenblume, hier ist alles vorhanden, selbst ein großes Insektenhotel.

Wirtschaftsgarten
Wirtschaftsgarten

Studde Schafe – kleine Rasse

Auf dem weiterführenden Weg kommen wir an einer Weide vorbei, auf der Studde Schafe grasen. Bei dieser Schafrasse handelt es sich um das kleinste deutsche Schaf.

Ursprünglich stammt es aus dem Baltikum und Ostpreussen, war aber Anfang des 19. Jahrhunderts fast verschwunden. Dank der Zucht im Münchener Zoo gibt es sie mittlerweile wieder häufiger.

Studde Schaf
Studde Schaf

Das Studde Schaf ist besonders bei Kleinbauern beliebt. Es ist sehr Standorttreu und benötigt nicht einmal einen Zaun.

Nun überqueren wir eine Brücke. Unter uns fliesst strömend die Erft dahin. Der Fluss entspringt in der Eifel und mündet nach 103 Kilometern in den Rhein .

Erft
Die Erft

Rechts liegt Schloß Reuschenberg aus dem Jahr 1549. Dieses Schloß befindet sich heute m Privatbesitz.

Erft – Neuss – Gut Selikum

im Schloß war von 1917 bis 1997 die hauswirtschaftliche Landfrauenschule untergebracht, in deren Folge 1932 Siedlerhäuser gebaut wurden. Auf den städtischen Höfen entstand ein Streichelzoo der 1978 in den bereits geschilderten Kinderbauernhof umgewandelt wurde.

Erft
Gut Selikum

Die landwirtschaftlichen Flächen wurden mit der Neubausiedlung Selikum bebaut. Deshalb befinden wir uns jetzt im Haus der Stadtteil Selikum.

Linker Hand blitzt der weiße Anstrich der Corneliuskapelle in der Sonne. Die Kapelle erfährt eine erste schriftliche Erwähnung im Jahr 1573. Demnach ist die Kapelle eine Stiftung des Fraufräulein von Reuschenberg, die auf dem Lehnsgut Haus Selikum lebte.

Neuss Selikum – Corneliuskapelle

Erft
Corneliuskapelle

1607 findet die Corneliuskapelle erstmals Erwähnung als Wallfahrtskapelle. Gegenüber befindet sich Gut Selikum. Heute findet im denkmalgeschützten Gebäude Wohnen im Haus-Wohnen Charakter statt.

Erft

Wir erreichen erneut eine Erftbrücke und schauen uns auf der anderen Brückenseite kurz um, eigentlich sollen wir vor der Brücke links abbiegen.

Wir sehen eine Ziegenweide und einen großen Spielplatz. Weiter oben soll auch noch eine Eselweide sein, aber wir gehen jetzt auf dem vorgesehenen Weg weiter, entlang der Erft.

Ziegen und Damwild an der Erft

Erft

Eichen, Ahorn und Schwazpappeln säumen den Weg. Das Sonnenlicht und das Laub zaubern ein herrliches Farbenspjel, das sich im Wasser wiederspiegelt.

Der Weg verzichtet jetzt auf die Begleitung der Erft. Dafür erreichen wir nun ein Damwildgehege. Einige Rehe und Böcke lassen sich von Kindern füttern. Größere Rehe und Hirsche ruhen auf den Grasflächen. Einige Ricken weisen Kitze den Weg.

Erft
Damwild

Die Erft Teilung

Bald erreichen wir wieder die Erft mit dem Erftabzweig Empellement. Hierbei handelt es sich um ein Bauwerk aus Werksquadern, errichtet 1809. Das Bauwerk sollte die Wasserzufuhr aus der Obererft in den Nordkanal für die Stadt Neuss regulieren. Auf dem Wehrkopf befindet sich die Inschrift „Napoleon Empereur“ -Napoleon Kaiser.

Erft
Empellement – Erftteilung

Weiter folgen wir der Erft, die immer wieder andere Bilder zaubert. Schließlich müssen wir uns aber trennen. Wir haben den Abzweig erreicht, der uns wieder zu unserem Ausgangspunkt zurück führt.

Erft
Erft

Jungvogel

Jungvogel – „oh, ein süßes Vogelbaby und ganz alleine.“ Das glauben die meisten Leute wenn sie einen Bummel durch die Natur einen Jungvogel am Boden sehen. Offenbar ist der Kleine völlig hilflos und Eltern sind keine zu sehen.

Jungvogel
Jungvogel

In den meisten dieser Situationen benötigt die jungen Vögel allerdings unsere Hilfe nicht. Jungvögel verlassen das Nest bereits bevor sie in der Lage sind zu fliegen. Sie werden noch einige am Boden von den Altvögeln gefüttert und versorgt. So eine Brut besteht aber nicht nur aus einem Jungvogel, sondern aus mehreren,und auch junge Vögel sind neugierig und erkunden die Umgebung.

Die Kleinen können zwar noch nicht fliegen, aber huschen, springen un laufen und verteilen sich so in der Nachbarschaft. Die Eltern sind deshalb wohl gerade mit einem der anderen Jungen beschäftigt, wenn man einen „einsamen“ kleinen Vogel findet. Meist dauert es nicht lange und einer der Eltern erscheint.

Jungvogel
Bodenfütterung

Sollte eine Katze oder ein anderes Haustier in der Nähe sein, das Jungvogel gefährlich werden könnte, kann man ihn durchaus auf einen Ast setzten. Jungvögel haben bereits Gefieder und „Finger“ mit denen sie sich festhalten können.

Ein Nestling hat kaum Federn und kann auch nicht hüpfen oder laufen. Er kann sich auch noch nicht mit dem Finger festhalten. In unmittelbarer Nähe müßte sich ein Nest befinden. Dann kann man das Baby ruhig wieder in das Nest legen. Vögel erkennen die Jungen nicht am Geruch, wie andere Tierarten und werden den Vogel weiter versorgen.

Man könnte das Nest eine Zeit lang beobachten, um festzustellen, ob die Eltern noch das Nest versorgen. Es kann auch sein, dass die Eltern durch irgend einen Umstand ums Leben gekommen sind, dann wendet an sich am Besten an den NABU oder sucht z.B. auf der Internetseite mit dem unterlegten Link eine Auffangstation.

Nur selten wird aber tatsächlich derartige Hilfe benötigt, weil es zwar oft aussieht als wären die kleinen Jungvögel einsam, meist ist das aber nicht von langer Dauer.

Jungvogel
Grafik vom NABU Berlin dort ist die Hilfe Nummer : 0303 – 5471 2892

Ditzum

Ditzum am Dollart liegt zwar wie die Ostfriesen sagen „an dat Endje van`d Welt“, hat aber doch einiges zu bieten.

Der beschauliche kleine Ort mit seinen knapp 700 Einwohnern und dem schönen Fischereihafen hat ein Buddelschiffmuseum in einem Lebensmittelmarkt, mit den angeblich meisten Buddelschiffen Deutschlands. Ein Ziegeleimuseum und eine alte Werft, wo noch die guten alten Holzschiffe restauriert werden. Vom Hafen aus geht eine kleine Fähre nach Petkum, wodurch eine Anbindung an Emden besteht.

Ditzum
Fischereihafen Ditzum

Die Ditzumer Mühle stammt aus dem Jahr 1756. Zum Emssperrwerk ist es etwa eine halbe Stunde Fussweg über den Deich. Wenn man einen größeren Einkauf machen möchte, muß man sich auf den Weg nach Jemgum oder Bunde machen.

Der ostfriesische Bauer sagt: “ wenn ich eine Kuh wäre, würde ich bei Jemgum grasen.“ Entsprechend saftig sind auch wirklich die Weiden auf denen neben den Kühen auch Pferde weiden. Gleich neben unserer Liegewiese am Haus grasen täglich fünf der 40 Oldenburger Pferde, die der Landwirt und Pferdezüchter Göko Troff hier in Oldendorp züchtet. Außerdem befinden sich auf seinem Hof noch 160 Kühe und 80 Kälbchen.

Hof Homfeld

Wir wohnen im Hof Homfeld, einem Haus mit Geschichte. Ehemals ein Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, mit einem 2500 qm großen Garten. Die Zeichen aus der Geschichte des Gulfhofes sind noch heute zu großen Teilen erkennen. Die Vermieter sind einmalig nette Leute, die immer für Fragen und Ratschläge offen sind.

Die Wohnungen im oberen Teil des Hauses sind allerdings nichts für gehbehinderte Menschen, da eine steile Treppe hinaufführt. Diese Leute sind aber im unteren Bereich bestens aufgehoben.

Bei einem – Gulfhof – handelt es sich um eine Bauernhofform aus dem 16./17. Jahrhundert. Ein Gulfhaus besteht aus dem Vorderhaus mit dem Wohntrakt und dem Scheunentrakt. Der „Gulf“ ist das Zentrum mit Lagerflächen für das Erntegut und Geräte. Mensch und Vieh lebten quasi unter einem Dach.

Leben in Ditzum

Am Tag unserer Ankunft speisen wir in der Schifferbörse. Gleich am Hafen gibt es drei kleine Restaurants in einer Reihe. Der fliegende Holländer, das alte Fährhaus und eben die Schifferbörse. Der kleine Ort hat noch zwei weitere Restaurants und ein Cafe, sowie einen Bäcker zu bieten, der auch eine Terrasse für die Einnahme von Kaffee und Kuchen parat hält.

Ditzum
3 x Gatronomie m Hafen

Am Abend relaxen wir im Garten, während um uns herum die Vögel Zwitschern. Amsel, Sperling und Bachstelze haben deutlich die Oberhand. Schließlich gesellt sich noch ein Grauschnäpper hinzu.

Grauschnäpper

Der Grauschnäpper verbringt nich viel Zeit in deutschen Landen. Erst im Mai wieder angekommen, fliegen die ersten dieser Vögel bereits Ende Juli wieder nach Zentral- und Südafrika.

Ditzum – der 2. Tag – Emssperrwerk

Emssperrwerk im Licht der untergehenden Sonne

Nach dem Frühstück laufen wir zum Emssperrwerk. Auf den Flächen vor dem Deich herrscht viel Leben. Insekten und Blühflächen sind zu sehen, grasende Schafe und Rinder. So ist es kein Wunder das auch viele Vögel zu sehen sind. Schwalben, Möwen und viele Stare fliegen umher. Auf zwei Zaunpfählen sitzen Rotschenkel. Im Brackwasser hinter dem Sperrwerk kann ich Säbelschnäbler erkennen und ein paar Limikolen mischen sich darunter.

Rotschenkel - Ditzum

Gegenüber befindet sich das Petkumer Vorland. Dieses ist ein Wattgebiet, das zu den bevorzugten Habitaten des Säbelschnäblers gehört. Der Vogel mit dem langen, dünnen, nach oben gebogenen Schnabel, weiht ständig mit ihm durch das Flachwasser um Würmer und Krebse zu ergattern. Die großen Kolonien dieses Watvogels sehen wir nicht, aber einzelne Tiere sehen wir auch noch in anderen Gebieten des Dollart.

Säbelschnäbler und Rotschenkel

Auf dem Rückweg erhebt sich ein Wiesenpieper vom Zaunpfahl und steigt im Singflug in die Höhe. Schließlich „steht“ er kurz singend einen Moment in der Luft und schwebt wieder hinunter, allerdings auf einen anderen Ansitzpunkt.

Wiesenpieper findet man überwiegend in Norddeutschland. Ihre Brutgebiete sind Ostgrönland, Island und die Eismeerküste. Der Vogel ist kleiner als ein Sperling und ein eher unscheinbarer Geselle.

Ditzum – Der 3. Tag – Kiekkaaste

Den heutigen Vormittag nutzen wir um zur Kiekkaaste zu fahren. Brigitte und Hans, unsere Reisebegleiter setzen wir in Bunde ab. Der Turm befindet sich unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze auf dem Gebiet der Niederlande. Die Kiekkaaste ist ein mitten im Schilf gelegener Aussichtsturm, der über den Marcelluspfad zu erreichen ist.

Kiekkaaste

Der Marcelluspfad ist ein Holzsteg der eine gute Strecke durch den Schilfgürtel führt. Wenn man hier einen Moment abgelenkt ist und sich einen Fehltritt leistet, landet man etwa 50 Zentimeter tief seitlich im Schilf. Den Beweis,dass das geschehen kann, liefert meine Ruth. Zum Glück hat sie sich nicht sehr weh getan. Wir können also weiter zum Turm gehen. Rechts und links schließen sich die Salzwiesen an das Schilfgebiet an.

Kiekkaaste

Die Ebbe hat ihren Zenit erreicht. 78 Prozent der Dollartfläche ist jetzt als Schlickwatt freigelegt. Das Watt liegt offen vor uns und wir sehen Säbelschnäbler, Lachmöwen ein paar Limikolen, Enten, Gänse und Austernfischer. Im Schlick finden die Tiere unzählige kleine Organismen.

Die Westerwolder Aa fließt hier aus dem Süden kommend in die Bucht des Dollart. Die Aa ist ein kleinerer Fluß, der neben der Ems der Bucht Süßwasser und Sedimente zukommen läßt. Diese lagern sich hinter dem Sperrwerk im Schlick ab. Vom Osten schließt sich der Boezemkanal an die Mündung der Aa an.

Deichknick bei Pogum

Ebbe

Auf der Hinfahrt fahren wir durch die Hammriche des Rheiderlanders und die Kleipütten im Heinitzpolder. Auch diese Gebiete eignen sich für die Vogelbeobachtung. Um alle Gebiete zu erkunden, reicht natürlich die eine Woche die wir in Ditzum verbringen nicht. Insofern müssen wir uns auf bestimmte Ziele festlegen. Eines davon ist der Deichknick bei Pogum. Da der Deichknick sich auf der Strecke der Rückfahrt befindet halten wir in Pogum unterhalb des Deiches an und ich gehe über den Deich, um zu sehen was sich mit bietet.

Zunächst sind da die Lachmöwen und Gänse und bei genauerem Hinsehen erkenne ich nun auch die Säbelschnäbler und ein paar Limikolen. Rotschenkel sind auch wieder dabei und Nonnengänse, Brandgänse und Löffelenten sehe ich.

Deichknick bei Pogum

Ditzum – der 4. Tag- Pogumer Deichknick

Auch heute meint es die Sonne sehr gut mit uns. Eigentlich schon fast zu gut, denn es wird jeden Tag um etwa zwei Grad wärmer . Dadurch sind wir heute bereits bei 29 Grad Celsius angelangt.

Ditzum
junger Star

Wir laufen noch einmal zum Pogumer Deichknick. In den schönen, mit vielen blühenden Blumen ausgestatteten Gärten unterhalb des Deichs, haben die Bewohner Ruheplätze für die Urlauber eingerichtet. Eine Ferienwohnung hat hier fast jedes Haus. Die Wiesen und die Hecken und Bäume lieben ganz offensichtlich die Stare, die den ganzen Tag in kleinen und großen Gruppen über uns hinwegfliegen. Offenbar geht es den Vögeln hier noch richtig gut. Kein Kirschbaum ist vor ihnen sicher.

Ditzum

In Pogum sehen wir uns auch die kleine Kirche an, deren einmanualige seitenspielige Berner Orgel in der Region eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Zu den Orgelkonzerten kommen Orgelfans von weither angereist. Durch Corona findet zur Zeit leider keine Vorführung statt. Sehenswert sind aber auch die Pilaster und Rundbogenfenster

Pogum Kirche

Beim Blick vom Deich auf den Schlick suche ich heute die Säbelschnäbler vergeblich. Grau- und Brandgänse sind noch vertreten. Allen anderen ist es wohl selbst in der Nähe vom Wasser zu heiß geworden. Die Brandgänse bewohnen die Meeresküsten und Binnengewässer in Küstennähe. Nach erfolgter Brut und Aufzucht suchen die Altvögel das Wattenmeer auf um zu mausern.

Wir ruhen uns noch ein wenig in der kleinen Parkanlage am Pogumer Deich aus und machen uns dann wieder auf den Weg nach Ditzum.

Nicht nur die Gärten in Pogum werden von Rosen der verschiedensten Sorten geschmückt. Auch die Häuser sind sehr schön anzusehen und viele Hauswände zieren Rosensträucher.

Weil früher die Strasse entlang der Ems hier in Pogum endete, trägt das Dorf auch heute noch den Beinamen „Endje van de Welt“. Auf dem Sieltief in Pogum findet alljährlich ein Badewannenrennen statt.

Corvid 19 verändert das Reisen 2020

Im Hafen von Ditzum treffen wir Brigitte und Hans, unsere Mitreisenden. Eine größere Gruppe nebenan prostet sich mit Sekt zu, es wird offensichtlich etwas gefeiert. Auf dem Weg zur Schifferbörse treffen wir wieder auf die Gruppe, die aus drei Generationen besteht. Aus einem tragbaren Rekorder ertönt Musik. „Kennen Sie den Sänger noch?“ fragt uns einer der Männer aus der Gruppe. Wir hören gerade „wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt.

Klar, wir kennen den Sänger noch. Es ist René Carol, der bereits seit 1978 tot ist. Das Lied ist aus dem Jahr 1943 im Original „die CapriFischer“ mit Rudi Schuricke, komponiert von Gerhard Winkler und Ralph Maria Siegel – und dieses Stück läuft gerade „weil meine Mutter heute 80 geworden ist,“- sagt der Mann stolz und nimmer seine Mutter in den Arm.

Wegen Corvid 19 – das Corona Virus – ist in diesem Jahr 2020 alles etwas anders. Es darf nicht in geschlossenen Räumen gefeiert werden und so hat die Familie beschlossen sich im Freien zu treffen und die alte Dame zu ehren. Überhaupt stellt Corona das Reisen in den verschiedenen Bundesländern vor Probleme, zumal gerade erst in den Tönnies Fleischfabriken über 1500 Fremdarbeiter positiv auf das Virus getestet wurden. Bleibt zu hoffen das sich jetzt endlich etwas an den katastrophalen Zuständen in der Massentierhaltung und Produktion der Fleischfabriken ändert.

Auch bevor wir in der Außengastronomie der Schifferbörse eintreten können, werden zunächst Tische und Stühle vom Personal desinfiziert und auch wir müssen erst unsere Hände desinfizieren, bevor wir Platz nehmen können.

Den Nachmittag verbringen wir im Garten unserer Gastgeber. Es ist einfach zu heiß um noch weiter zu laufen. Am späten Abend beschließen wir, uns den Sonnenuntergang am Dollart anzusehen.

Ditzum – Sonnenuntergang am Dollart

Wir gehen durch Ditzum und am Hafen vorbei zum Anleger für die Fähre nach Borkum. Zu normalen Zeiten fährt hier, allerdings nur Sonntags, der Katamaran „Nordlicht“ in 90 Minuten nach Borkum. Da die Fahrt um 08:30 Uhr losgeht und die Rückfahrt um 17:40 Uhr vom Bahnhof Borkum abgeht, hat man einen langen Tag auf der Insel.

Wir sind rechtzeitig zum beginnenden Sonnenuntergang vor Ort und ich zeige hier jetzt einmal ein paar der Bilder, weil man diesen Eindruck eigentlich nicht in Worte fassen kann.

Der kleine Fischerort Ditzum im abendlichen Licht der untergehenden Sonne

durch die Ebbe leuchtet das Watt und die Ems glüht im Sonnenlicht

Über der Silouette von Emden versinkt die Sonne

Lichtspiel
Lichtspiel

Langsam senkt sich der glühende Feuerball über Emden. Im Wasser spielen die Wellen mit dem Licht der Sonne Ein überwältigender Anblick. Dieses Wunder der Natur ist immer wieder ein besonderes Schauspiel. Erstaunlich das nur wenige Menschen hier standen um sich diese fantastischen Szenen anzusehen.

Ditzum - Sonnenuntergang über Emden
Untergang

Ditzum – der 5. Tag -Bohrinsel

Wieder knallt die Sonne unbarmherzig von einem wolkenlosen Himmel. Heute soll der Hitzerekord fallen. Bereits am gestrigen Tag wurde vor den UV Strahlen der Sonne gewarnt. Entsprechende Kleidung ist angesagt.

Vor dem Frühstück sehe ich aus dem Fenster wie ein großer Schwarm Stare in dem Kirschbaum landet der wohl etwa in 50 Metern vor dem Haus steht. Da werden wohl kaum noch Früchte übrig bleiben.

Ditzum

Heute soll unsere Fahrt zur Bohrinsel bei Dyksterhusen gehen. Tatsächlich hatte man einmal versucht an dieser Stelle nach Gas zu bohren. Der Versuch scheiterte allerdings und so ist heute nur noch die Grundmauer zu sehen.

Auch diese Region gehört wie die bisherigen Ziele zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Abgesehen von den Kleipütten und den Hammrichen im Landesinneren. Wegen der besonderen ökologischen Gegebenheiten der Ästuarmündung der Ems, wurde der Bereich mit in den Nationalpark integriert.

Ditzum

Als Ästuarmündung bezeichnet man Flutabhängige Flußmündungen mit einer trichterförmigen Mündungslagune. Diese bildet die Grenze von Brackwasser und Süßwasser. Durch die Flut erreicht Salzwasser Teile der Ems. Bei Ebbe fließt dann auch Süßwasser zurück in die Deltamündung.

Am Boden der Gewässer bildet sich so ein besonderes Ökosystem. Dieses System wird aktuell durch die ständige Ausbaggerung zur Tierferlegung der Ems, für die Schiffe der Meyer Werft, gefährdet. Sauerstoff wird Mangelware und die Auswirkungen auf den Fischfang lassen sich bereits bis zur Insel Borkum feststellen. Siehe Bericht vom Urlaub auf Borkum.

Der Tiefpunkt der Ebbe ist erreicht, als wir auf der Bohrinsel ankommen. Bei Flut kann der Weg ebenfalls benutzt werden, ist aber von deutlich mehr Wasser umgeben. Wir sehen wieder Säbelschnäbler im Watt und auf den Wiesen die Stare, die uns hier überall begleiten.

Ditzum
Rohrammer

Der Austernfischer fühlt sich hier wohl, wie auch die Graugänse. Im Schilfgürtel schwingt die Rohrammer am Schilfhalm im Wind. Unmittelbar gegenüber, auf der anderen Emsseite, liegt im Emdener Außenhafen eines der großen Schiffe, die die Autos des VW Werkes transportieren.

Ditzum – Der 6. Tag – Ditzum

Unser letzter Tag am Dollart. Die Nacht war heiß und schwül. Das Schlafen wird schwieriger, weil es kaum noch abkühlt. Das hält uns aber nicht davon ab uns noch einmal in Ditzum umzusehen. Erste dunkle Wolken ziehen auf, aber sind auch nach einer Stunde wieder verschwunden.

Wir laufen gemütlich am Siel mit den schönen Brücken entlang. Vor einigen Jahren war auf der rechten Sielseite noch ein Acker. Heute stehen hier lauter hübsche Einfamilienhäuser.

Man findet überall in Ditzum Schilder die auf die Pedal und Paddelstation hinweisen. Leider ist diese Station verwaist und es sieht auch irgendwie desolat dort aus. Allerdings gibt es ein Schild mit einer Telefonnumer an die man sich bei Bedarf wohl wenden kann.

zerzauster Zilpzalp

Vielleicht liegt der Zustand auch an den Folgen des Corona Virus. Auf dem Weg zurück bemerke ich einen Zilzalp der ziemlich zerzaust auf einem Ast sitzt und trällert. Die Mauser setzt ja zur Zeit einigen Vögeln zu.

Am Siel sitzt ein Angler der einen schönen Fang nach Begutachtung aber wieder ins Wasser wirft. Er angelt wohl mehr zur Beschäftigung.

Abschied vom Dollart

Auf einem Baum sitzt eine Taube die ich im Ruhrgebiet noch nicht bemerkt habe, es handelt sich um eine Türkentaube. Am Sperrwerk waren auch einige Hohltauben zu sehen. Die Türkentaube hat sich seit 1920 von Südostasien nach Mittel- Nord- und Westeuropa ausgebreitet. Sie bevorzugt dörfliche Gebiete mit gutem Baumbewuchs.

Ditzum
Türkentaube

Die Zeit am Dollart neigt sich ihrem Ende zu. Wir haben viel gesehen, eine wunderbare Flora und Fauna, nette Menschen und für mich gab es auch noch fantastische Beobachtungen. Erstaunlich die Mengen an Staren in großen und kleinen Gruppen, die Vielzahl Bachstelzen und Sperlinge, die bei uns schon fast eine Seltenheit sind. Hier finden sie alle vorzügliche Nistmöglichkeiten und an Insekten scheint auch kein Mangel zu sein.

Fazit: hier am Dollart kann sich jeder Wohlfühlen.

Wettervorhersage durch Vögel

Wettervorhersage durch Vögel – was ist dran an den Sprüchen über Vögel, wenn es um die Frage geht wie das Wetter wird ?

Fliegt die Schwalbe hoch, soll es schönes Wetter geben. Fliegen die Vögel früh in die Winterquartiere gibt es einen langen Winter etc.

Das die Schwalbe hoch fliegt liegt weniger daran das sie uns sagen will „Morgen scheint die Sonne“, sondern daran das die Insekten so hoch fliegen und die Mauersegler und Schwalben die Insekten im Flug fangen. Da der Mensch die Insekten natürlich nicht wahrnimmt, sondern die Vögel, sind es eben die Vögel die darauf hindeuten,dass das Wetter schön bleibt. Das die Insekten so hoch fliegen liegt wiederum daran das sie bei Hochdruckwetter nach oben getragen werden und Hochdrucklagen stehen für gutes Wetter.

Es kann aber durchaus auch passieren das Insekten bei einer Tiefdrucklage hoch fliegen, wenn nämlich die Luft sehr warm ist. Dann stimmt die „Wettervorhersage“ nicht mehr so ganz.

Wettervorhersage durch Vogelgesang

Singvögel beginnen ihren morgendlichen Gesang je nach Länge der Tageszeit und nach der Temperatur. Auch die Luftfeuchtigkeit, der Luftdruck und das Licht spielen eine wichtige Rolle. Nach diesen Faktoren richtet sich der Ruf der Vögel, das Fressverhalten und der Nestbau. Auch der Start und die Rückkehr zu und aus den Winterquartieren hängt damit zusammen.

Es gibt auch Vögel die auf einen bevorstehenden Wetterwechsel mit Rufen reagieren. Im Volksmund bezeichnet man derartige Vögel als Regenvögel oder Gewittervö!.

Dem Buchfink wird ein spezieller Regenruf nachgesagt. Auch wenn der Regenruf nur während der Brutzeit zu hören ist, ist der Ruf des Buchfinks der einzige Vogelruf der unmittelbar vor und nach einem Regendurchzug zu hören ist.

Wettervorhersage durch Zugvögel

Zugvögel sammeln bestimmte Faktoren, bevor sie den Zug in die Winterquartiere beginnen. Dazu gehören die Nahrungsvorkommen, die Tageslänge und die Wetterlage. Ist der erste Kälteluftstrom früh im Jahr und es gibt Bodenfrost starten auch die Vögel früher. Für die Menschen ist das ein Hinweis auf einen langen Winter.

Wettervorhersage – Wetterfühligkeit

Unserer Vögel können auf eine Evolution von 150 Millionen Jahren zurück blicken. Zu einer Zeit als noch die Dinosaurier auf der Erde vorkamen. Eine Entwicklung über so viele Jahre bewirkt viel. Das Leben der Vögel ist stark mit der Atmosphäre verbunden. Kein Wunder das sie atmosphärische Veränderungen auch früh wahrnehmen können. Vögel spüren Druckveränderungen, Veränderungen des Lichts und der Wolken. Selbst die elektrische Spannung in der Atmosphäre und etwaige Schwankungen werden von den Vögeln erkannt.

Der Körperaufbau und der Knochenbau des Vogels ist auf die Luftströmung abgestimmt. Der Luftstrom an der oberen Körperfläche des Vogels ist anders als der Luftstrom an der unteren Körperfläche. Das Federkleid ist atmungsaktiv und isoliert.

Wettervorhersage – Klimawandel

Der Klimawandel und damit einhergehend eine veränderte Wetterlage bewirkt bei vielen Vögel bereits eine Verhaltensänderung. Bis zu 3000 Kraniche verbringen mittlerweile den Winter in Mecklenburg Vorpommern und verzichten auf den Flug nach Spanien. Bereits in früheren Jahren stellte man fest das die Vögel bereits in Frankreich überwinterten und nicht mehr bis Spanien flogen. Dadurch das die Winter bei uns immer milder werden, verzichten viele Tiere auf die Strapazen des Vogelzuges. Durch mildere Winter gibt es auch entsprechend mehr Nahrung für die Vögel, was ja ein wichtiger Faktor für das Verweilen ist.

Teutoburger Wald

Teutoburger Wald und Eggegebirge waren das Ziel einer 3-Tage-Tour im Juni 2020.

Gemeinsam mit den „Jungen Leuten“ geht es am 08.06.2020 auf eine Fahrt zu geschichtsträchtigen Orten.

Gleich nach der Ankunft machen wir einen Rundgang in die Wälder um den „Kaiser`s Hof“. Wir sind etwas zu früh und unsere Zimmer sind noch nicht bezugsfertig. Wir nutzen die Zeit um die Umgebung zu erkunden.

Zunächst geht es ein Stück bergauf, hinein in den Wald. Auf der Kuppe bietet sich ein Blick hinunter in das Tal mit dem Norderteich, der dort unten eingebettet zwischen Feldern, leichten Hügeln und Wiesen liegt. Wir werden später auch eine Wanderung um den See unternehmen.

Talblick

Es geht noch eine Etappe den Hang hinunter. Auf dem Weg beobachte ich einen jungen Buntspecht. Noch ist nahezu der gesamt Oberkopf rot, ein Indiz für einen jungen männlichen Buntspecht. Später ist nur noch am Hinterkopf eine roter Fleck.

Buntspecht
Buntspecht

Der Rückweg ist nicht ausgezeichnet, deshalb halten wir uns an die Karte auf dem Handy und wandern bergauf durch den Wald. Deutlich sind die klimatischen Veränderungen zu bemerken. Die Fichten sterben, während der Laubwald noch gut aussieht. Am Boden sieht man viele Triebe junger Buchen.

Teutoburger Wald
Mischwald – das Leiden der Nadelgehölze ist deutlich sichtbar

Nach knapp drei Kilometern sind wir wieder am Kaiser`s Hof und richten uns ein. Der ehemalige Bauernhof wurde einst voll bewirtschaftet. Mitte der 1970er Jahre gab es noch Landwirtschaft und Vieh für den Lebensunterhalt. Pferde wurden für die Äcker eingesetzt. Heute sind die ehemaligen Stallungen zu modernen Ferienwohnungen umgebaut. Anna Kaiser betreibt den Hof heute unter dem Motto „Ferien auf dem Bauernhof“. Es gibt noch Pferde, Hühner, Enten,Schweine, auch Meerschweinschen und Kaninchen, sogar Gans und Laufenten lassen sich sehen. In dem großen Garten gibt es Ruhezonen und Spielplatz für die Kinder. Alle Gäste werden liebevoll betreut.

Kaiser`s Hof
Kaiser`s Hof

Der Hof befindet sich im 360 Seelenort Bellenberg, einem Ortsteil von Horn Bad Meinberg, abseits vom Trubel der Stadt.

Teutoburger Wald – Externsteine

Wir erholen uns ein wenig und fahren dann zu den Externsteinen. Die Begehung des Felsenmassives ist wegen der Corona Pandemie noch nicht wieder möglich. Auch so verfehlen die Felsen nicht ihre Wirkung. Sie sind ein Relikt aus einer Zeit, als die Region noch Teil des niedersächsischen Beckens war. Der Teutoburger Wald und die Sandsteinfelsen sind Ablagerungen aus dieser Zeit.

Vierzig Meter ragen die Felsformationen in die Höhe und prägen die Landschaft mit dem Wiembecketeich und dem Park.

Externsteine
Externsteine – Sandstein-Felsformationen

Teutoburger Wald – Hermannsdenkmal

Das Hermannsdenkmal gehört zu den bekanntesten Denkmälern Deutschlands und ist Ziel des nächsten Tages.

Nach den Feldzügen Napoleons überlegte man wie man der Einheit Deutschlands ein Zeichen setzen könnte. So kam die Erinnerung an Arminius auf, der in der Schlacht vom Teutoburger Wald die römischen Legionen vernichtend schlug, weil es ihm gelungen war, die vielen einzelnen germanischen Stämme zu vereinen. Somit galt Arminius als Symbolfigur für die nationalistische Einigungsbewegung, der auch der Architekt und Bildhauer Ernst von Brandel angehörte.

Hermannsdenkmal

Er begann 1838 mit dem Bau eines Denkmals aus Sandstein, mit einer Höhe von 53 Metern. Alleine der Sockel mißt 26 Meter. Ein Jahr vor dem Tod des Erbauers weihte Kaiser Wilhelm I. das Denkmal im Jahre 1875 ein. Der Name Arminius wandelte sich in Hermann, weil man die lateinische Bezeichnung „Arminius“ als Heermann -„Mann des Heeres“ ansah. So entwickelte sich schließlich die Bezeichnung „Hermannsdenkmal“.

Norderteich

Der Norderteich wird von den Anwohnern gerne auch als das „lippische Meer“ bezeichnet. Mit einer Größe von 22 Hektar liegt der See inmitten eines Natur- und Vogelschutzgebietes. Der Rundweg führt über eine Strecke von etwa drei 3,5 Kilometern. Man sieht sehr alte Baumbestände und eine reiche Flora und Fauna.

Teutoburger Wald Norderteich

Unterwegs befindet sich der Entenkrug, der zumindest zur Zeit nur am Wochende geöffnet ist. An einem sehr schönen Haus in der Nachbarschaft erzählt uns der Eigentümer des Hauses einige Geschichten über den Entenkrug, auf die ich hier jetzt nicht weiter eingehe.

Am See befindet sich eine Beobachtungshütte, von wo man gut das Leben auf und am See beobachten kann.

Teutoburger Wald Norderteich
Norderteich

Adlerwarte Berlebeck

Am Tag der Abreise besuchen wir noch die Adlerwarte Berlebeck. Der Ort ist Teil der Stadt Detmold und liegt wunderschön eingebettet in einem vom Wald umgebenen Tal. Das ist ideal für die Adlerwarte, weil die Greifvögel meistens gute thermische Winde vorfinden. Wenn die Geier, die wenig Ausdauer beim Flug haben, diese Thermik nicht haben, kommt es vor das sie zu Fuß den Berg hinauf zur Warte unternehmen. Jedenfalls sagte das der Falkner, der später die Flugshow kommentierte.

Teutoburger Wald Schneeeule
Schneeeule

Die Berlebecker Warte ist wohl die schönste Station die ich bisher gesehen habe. Tiere aus fünf Kontinenten sind hier zu finden. Hier werde Eulen und Greife gezüchtet und kranke oder verletzte Tiere aufgenommen. Zwölf große Volieren und eine Greifvogelanlage sind zu besichtigen.

Teutoburger Wald
Wei0kopfseeadler

Kappengeier, Palmgeier, ein Sekretär und ein Gaukler beherbergt die Afrika Voliere. Weiter gibt es Schneeeulen, das Adlerhaus, ein Lehr und Infozentrum, Bistro, Shop und Spielplatz, sowie ein Freigelände für die Greifvögel und natürlich die neue Freiflugtribüne. Selbst Kronenkraniche konnte ich zu meiner Überraschung in einer Voliere sehen.

Die Flugschau war interessant und wurde gekonnt kommentiert. Man erfuhr viele Details zu den eingesetzten Arten. Der Wüstenbussard, der Weißkopfseeadler und der Gaukler huschten knapp über die Köpfe hinweg. Mein Kopf gefiel wohl dem Wespenbussard und ein Geier suchte sich den Kopf meiner Frau als Landeplatz. Alles wurde von einem im Tal seine Kreise ziehenden Rotmilan beobachtet. Ihn hatten wir zuvor auch schon in den Bäumen außerhalb des Geländes beobachten können.

Teutoburger Wald
Geier

Ein besonderes Schauspiel boten die Geier. Es sah als als würden sie voller Übermut spielen, wurden dabei aber auch geschickt vom Falkner mit Futter als Lockmittel gelenkt.

Nach der Flugschau verabschieden wir uns von den jungen Leuten die noch eine Wanderung durch das Silberbachtal unternehmen wollen. Dieser Wanderweg führt ein ganzes Stück an dem natürlichen Lauf des Silberbaches vorbei und schließlich durch den Wald auf die Höhe. Das wäre für mich unmittelbar vor der Heimfahrt ein bischen viel geworden.

Gaukler
Gaukler
Adlerwarte
„Geiertanz“
Adlerwarte
ein Geier landet auf Ruth`s Kopf
Adlerwarte
… und ein Wüstenbussard bei mir
Rotmilan
Rotmilan
Teutoburger Wald  - Kronenkranich

Harpener Teiche

Harpener Teiche oder Werner Teiche – nach den beiden Bochumer Stadtteilen sind die Gewässer an der Grenze zu Dortmund benannt.

Harpener Teiche
Harpener Teiche

Wenn man einen der Parkplätze am Einkaufszentrum „Ruhr-Park“ nutzt gelangt man in kürzester Zeit an einen der Teiche, – eigentlich müßte man „See“ sagen, für einen Teich sind sie meiner Meinung nach doch schon ziemlich groß – wo es schon einmal ein wenig „streng“ riechen kann.

Das Wasser ist türkisfarben gefärbt. Der Grund für diese Eigenschaften eröffnet sich dem Wanderer nach ein paar Metern. Hier ergießt sich das Wasser, welches aus 500 Metern Tiefe empor gepumpt wird, in den ersten Teich. Obwohl das Grubenwasser, um das es sich hier handelt, mit Wasserstoffperoxid versetzt ist, riecht es hier manchmal nach faulen Eiern.

Harpener Teiche

Im Haushalt ist Wasserstoffperoxid ein beliebtes Reinigungsmittel. Wasserstoffperoxid ist antibakteriell und antiseptisch, es soll Gerüche beseitigen und bleicht das Wasser.

Das Grubenwasser aus den stillgelegten Bergwerken hat einen höheren Mineralgehalt als Trinkwasser und erreicht mit einer Temperatur von 20 Grad die Teiche.

An der Einmündung müssen die Tiere und Pflanzen mit einem höheren Salzgehalt klar kommen. Dennoch ist das Ökosystem intakt. Auf der Wasseroberfläche tummeln sich Kanada- und Nilgänse mit ihrem Nachwuchs. Auch ein Blässhuhn fühlt sich wohl und aus den Bäumen hört man die vielfältigen Gesänge der Vögel.

Harpener Teiche
am zweiten Teich ist das Wasser wieder klar

Bereits am nachfolgenden Teich, den man über eine Brücke überqueren kann, ist die türkisfarbene Färbung verschwunden und man kann den Grund des Gewässers wieder sehen. Auch hier sind wieder Kanadagänse und Nilgänse mit Gösseln, wie die korrekte Bezeichnung der Gänseküken ist.

Gössel
Gössel

Schließlich queren wir eine kleine Brücke in der Nähe des Bahndamms. Unter uns fließt das Wasser weiter in Richtung Ruhr. Rechter Hand liegen Pferde im Gras und auf der anderen Seite wurde der Acker frisch gepflügt.

Über uns zieht ein Mäusebussard seine Kreise. In Richtung zum Parkplatz begleiten uns Feldraine mit vielen Feldblumen. Hier wurde ein korrekter Feldsaum angelegt.

Über den Parkplatz der Medi Therme bewegen uns wieder auf den Ruhr Park zu.

Rotkehlchen
Harpener Teiche - Pferde

Der Wanderweg furch dieses schöne Gebiet, das uns bisher noch nicht bekannt war hatte eine Länge von knapp fünf Kilometern.

Kunst am Mast

Meerbusch

Meerbusch – ist seit 1990 ein Naturschutzgebiet innerhalb des 600 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet „Strümper Busch“.

Meerbusch

„Der Meerbusch,“ wie es eigentlich korrekt heißen muß, ist ein ökologisch wertvoller Bruchwald. Ein Bruchwald ist ein in großen Teilen nasser oder gestauter Wald mit sumpfigen Elementen. „Bruch“ ist die Bezeichnung für „Feuchtgebiet“. Während ein Bruchwald dauerhaft nass ist, ist ein Sumpfwald zeitweise geflutet und ein Auwald regelmäßig überflutet.

Der Meerbusch oder auch Meerer Busch, liegt im Süden der Stadt Meerbusch und erstreckt sich über eine Fläche von 54 Hektar. Im Osten grenzt er an Büderich. Der Wanderparkplatz in Büderich ist auch unser Ausgangspunkt für den Rundweg.

Meerbusch

Hier im Osten des Meerbusch wandern wir zwischen herrlichen alten Buchen und Stieleichen in deren Kronen sich die Sonnenstrahlen brechen. Der Weg ist ein wunderbar weicher Waldboden, auf dem man wie über einen Teppich schreitet. So begeistert wie wir scheinen auch die Vögel zu sein, deren Fröhlichkeit sich im vielfachem Gesang wiederspiegelt. Nur zu sehen sind sie fast nicht, weil dichtes Laub uns an eine Sichtung hindert.

Meerbusch

Erst als wir am Mühlenbach entlang wandern, hören wir aus einer Baumhöhle das Rufen junger Buntspechte. Der Hunger ist auch bei der Brut der Spechte immer groß und da kommt ein Elternteil auch schon mit dem Schnabel voller Futter angeflogen, setzt sich auf einen Busch nahe am Baum und wartet ab. Offensichtlich fühlt er sich durch uns daran gehindert die Höhle anzufliegen, deshalb gehen wir auch schnell weiter um nicht zu stören. Da verzichtet man dann lieber einmal auf ein schönes Foto an der Nisthöhle.

Die Natur ist hier in diesem Teil geprägt von einem Erlenbruchwald und teilweise offenen Wasserflächen. Röhricht und Schilfgürtel sind zu sehen und eine große Zahl Mücken fühlt sich hier sehr wohl. Man sollte schon etwas Vorsorge treffen, wenn man hier wandert, sonst kommt das große Jucken, wie bei uns, die wir ja einmal wieder nicht ans Eincremen gedacht haben.

Nur das letzte Stück des Weges führt über einen Schotterweg und man sollte auch ein bischen auf die „Tretminen“ der Hunde achten. Es ist wohl ein beliebtes Ziel für Hundefreunde. Schade nur das die meisten Hundehalter ihre Tiere nicht anleinen, obwohl wir uns inmitten der Setzt- und Brutzeit befinden.

Worringer Bruch

Worringer Bruch, linksrheinisch im Norden der Stadt Köln gelegen, ist die tiefste Stelle der Stadt. Nur 37,5 Meter über dem Meeresspiegel und deshalb auch immer abhängig vom Wasserstand des Rheins. Bei Hochwasser ist das Gebiet stets betroffen. Auch ein Grund dafür, dass das Feuchtgebiet auch im Hochsommer immer mit Wasser gesegnet ist.

Worringer Bruch
liebevoll bemalte Steine am Zugang zum Bruch

Seltene Tier- und Pflanzenarten sind hier zu finden. Auf unserer Rundwanderung tönte es aus vielen Vogelkehlen und wir waren glücklich den Pirol und den Kuckuck gehört zu haben, auch wenn es mir nicht gelang ein Foto dieser Vögel zu machen. Das viele Laub an den Bäumen macht es jetzt immer schwerer einen unserer gefiederten Freunde ablichten zu können.

Worringer Bruch
Feuchtgebiet im Worringer Bruch

Zunächst führt der Weg ein Stück durch das Feuchtgebiet. Die Blässhühner führen gerade ihre Jungen aus. Schließlich geht es an einem Feldweg entlang, der die landwirtschaftliche Fläche vom Wald mit wunderschönen, großen Schwarzpappeln trennt. Unterbrochen werden die Pappeln hin und wieder von Eschen und Ahorn. Wer möchte dehnt die Wanderung noch mit dem Abstecher in die Rheinaue aus. Der normale Rundweg beträgt knapp 5,5 Kilometer, mit dem Abstecher ungefähr 8 Kilometer.

Blässhühner

Beim Worringer Bruch handelt es sich um eine ehemalige Altarmschlinge des Rheins. Heute besteht die Region aus einem Auenwald mit stehenden Gewässern und Offenland.

Worringer Bruch

Auch in der Geschichte spielt Worringen eine gewichtige Rolle. Hier wurde 1288 in der Schlacht von Worringen der 6-jährige Krieg um die Limburger Erbfolge zwischen Siegfried von Westerburg, Erzbischof von Köln, und Herzog Johann I. von Brabant entschieden. Zu den Siegern gehörte auch der Graf von Berg (Schloß Burg an der Wupper). Dieser erteilte nach dem Ende des Krieges Düsseldorf und Mülheim die Stadtrechte.

Worringer Bruch

Es entstand ein Handels – und Wirtschaftszentrum das in Konkurrenz zur Stadt Köln stand. So kam es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Düsseldorf und Köln, was sich anscheinend bis in die heutige Zeit fortgesetzt hat, wie man es ja häufig im Karneval bestätigt bekommt.

Worringer Bruch
Worringer Bruch

Nester und Nestbau

Nester – unterschiedliche Nestbauweisen ermöglichen es den Vögeln alle Lebensräume zu besetzen. Nester findet man an den Steilküsten, an glatten Baumästen und schmalen Felsenbändern, am Boden, ind Mulden und auf den höchsten Wipfeln der Bäume.

Nester bieten Schutz vor der Unbill des Klimas und der Natur, vor Kälte und Hitze. Sie schützen vor Fressfeinden und sind der Mittelpunkt im Vogellebens.

Erst die „Erfindung“ des Nestes ermöglicht es, die Brut so lange betreuen zu können, bis diese ein selbständiges Leben führen kann.

Im Verlauf der Evolution veränderte sich die Bauweise, die Bauart und die Tarnung der Nester. Immer wieder haben sie sich den Faktoren der Umwelt anpassen müssen. Das führt zu ständig neuen Bauweisen und angepasstem Nistmaterial, teilweise mit schlimmen Folgen.

So ertranken junge Störche, weil die Eltern Plastikstücke als Nistmaterial mit einbauten. Das führte dazu, dass das einfallende Regenwasser nicht mehr ablief und die Tiere im Nest ertranken. Plastik aus den Meeren wird als Baumaterial bei Seevögeln benutzt und Haubentaucher bauten bereits Nester auf Plastiktüten.

Manche Vögel kämpfen regelrecht um Standorte und Material. Konkurrenzkämpfe finden statt.

Einige entwickeln Fähigkeiten zur Gefahrenabwehr. Der Kleiber „verklebt“ das Einflugloch zu seiner Nisthöhle so weit, dass kein größerer Gegner mehr hineinpaßt.

Enten die ihr Gelege in Mulden am Boden errichten müssen sich andere Schutzmaßnahmen überlegen. Sie bespritzen ihr Gelege mit Kot um durch den üblen Geruch vom Nest abzulenken. Andere Vögel nutzen das Brüten in Kolonien, Gemeinsamkeit macht stark. Wieder andere Eltern „verleiten“ ihre Feinde indem sich sich in einiger Entfernung vom Nest lahm stellen.

Nester dienen den Vögeln aber nicht nur zur Aufzucht der Jungen. Sie sind Schlafstelle und Mittelpunkt im Sozialverhalten der Tiere.

Nester und Nestbau
Haubentaucher

Nester und Nestbau

Trauerschnäpper statten ihre Nisthöhle mit dürren Blättern, Farnblättern, Baumrinde und Flügelblättern vom Samen aus, bis eine gewisse Höhe erreicht ist. Auf diese Unterlage wird dann eine Mulde aus feinerem Material gebaut. Feine Wurzeln, Pflanzenfasern und Bast, gelegentlich auch Tierhaare werden benutzt. Wenn es während dieser Bauphase regnet wird das von den Vögeln sehr begrüßt, lässt sich doch dann das Baumaterial leichter verformen.

Forscher stellten fest, warum Stare als Nistmaterial gerne „Grünes“ benutzen. Mit dem grünen Material wollen sie das unverpaarte Weibchen anlocken.

Ein Henkelkorbnest bauen die Beutelmeisen. Ihre Nester gehören zu den beeindruckendsten der heimischen Vogelwelt. Den Standort des Nests wählt das Männchen aus und er beginnt auch mit dem Bau. Die Nester werden häufig in der Nähe der Altnester gebaut. Zu beginn der Brutsaison bauen manchmal auch beide Partner noch gemeinsam am Nest. Jahr für Jahr werden die gleichen Weiden oder Birken wie aus den Vorjahren genutzt.In einer Höhe zwischen 1 und 15 Metern wird das Nest angelegt.

Im Schilf oder über dem Wasser hängen die Nester niedriger. Je weiter die Jahreszeit voran schreitet, umso höher wird das Nest errichtet.

Die erste Bauphase erfasst die Seitenwicklung, aus der ein Ring gebaut wird. Nun entsteht eine Schaukel und anschließend ein Hängekorb. Danach wird im nächsten Bauabschnitt das Taschenstadium begonnen und endet schließlich im Endprodukt „Nest“ mit einer Röhre.

Das Material besteht aus Fasern von Hopfen und Brennnesseln, sowie Samenwolle der Pappeln und Weiden. Manchmal wird auch Baumaterial aus den alten Nestern genutzt.

Die Buchfinkin bestimmt über den Nistplatz. Sie entscheidet auch über den Brutplatz und über das Baumaterial. Die Finkin kommt mit dem Schnabel voller Baumaterial angeflogen und verharrt zunächst einige Meter vom Nest entfernt bevor sie hineinfliegt und das Nistmaterial ablegt. Mit erhobenem Kopf und Schwanz strampelt sie immer wieder mit den Beinen nach hinten und formt so die Nistmulde. Vierzig Prozent des Nistmaterials besteht aus Spinnweben, der Grundbau aus Moos und im weiteren Verlauf kommen noch Baumfasern, Holzspäne, Grasblätter und evtl. Schafwolle zum Einsatz.

Goldhähnchen Bauen Nester der Extraklasse. Die winzigen Vögel bauen ihre Nester in großer Höhe. Diese sind extrem gut getarnt. Die Nester gehören zu den bestisolierten und wärmsten der Vogelwelt. Das ist auch notwendig, weil die Nestlinge seht klein und kälteempfindlich sind. Die Nestmulde ist so dehnbar angelegt, dass sie sich immer der Größe der Nestlinge anpasst.

Sperlinge sind nicht wählerisch im Anlegen eines Nests und sehr unordentlich. Hat die Haussperlingsdame allerdings einen Partner der ihr häufig Federn bringt, dankt sie es dem fleißigen Federnsammler indem sie mehr Eier legt.

Haubentaucher bevorzugen für den Nestbau das Schilfröhricht. Sie bauen aber auch in Seebinsen und an Rohrkolbenbeständen. Auch an ins Wasser hängenden Sträucher und Bäume werden Nester angelegt. Beliebt sind auch Schwimmblattteppiche aus See- oder Teichrosen.

Da die Schwimmblattnester sich schnell zersetzen wird auch während der Brut ständig am Nest ausgebessert.

Auch für die Vögel gilt also der Sinnspruch „my home is my castle“.

teilweise Infos aus verschiedenen Heften von „der Falke“

Die Corona-Krise und die EU – Agrarpolitik

Die Corona-Krise gab Anlass zur Hoffnung auf eine Umkehr und Neugestaltung der Agrarpolitik, der Umweltpolitik und dem Naturschutz. Allen ist bewusst geworden das die Pandemie durch den achtlosen Umgang mit der Natur entstanden ist.

Die Corona-Krise hat gezeigt, wie empfindlich die so gepriesene Globalität bei einer Pandemie reagiert. Grenzen wurden geschlossen, Nahrungsketten und Lieferketten unterbrochen.

Nun hat die EU die Regelungen für die Förderung von Betrieben im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) neu zu regeln, weil die bisherige Vereinbarung Ende 2020 ausläuft.

Es bestand die Hoffnung das die EU Politiker den Mut zu einer Neuregelung im Sinne der Natur und der Gesundheit aufbringen würden und Verbesserungen in einer Übergangsverordnung einbringen. NABU und BirdLife hatten den EU Abgeordneten dazu Vorschläge unterbreitet.

Der Agrarausschuß reagierte allerding völlig anders auf die Corona-Krise. Er winkte einfach alle bisherigen Regelungen für zwei weitere Jahre durch.

Die Schäden für das Ökosystem gehen daher in Form von Insektensterben und dadurch bedingter wegfallender Bestäubung weiter. Die Bodenfruchtbarkeit wird weiter ungebremst zerstört. Agrarumweltmaßnahmen werden weitere zwei Jahre nur mit einem Bruchteil der Agrarsubventionen gefördert. Das Artensterben schreitet weiter voran und die Flächensubventionierung fördert weiter die Ungleichheit in der Landwirtschaft.

Hervester Bruch

Hervester Bruch – ist der Name eines Feuchtgebietes im Norden der Stadt Dorsten in Nordrhein Westfalen. Bruch – beizeichnet eine Sumpf oder Moorlandschaft und wird mit einem lang gezogenen „u“ ausgesprochen.

Früher wurden die Flächen des heutigen Hervester Bruch über Entwässerungsgräben für die landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt. Durch den Steinkohlenbergbau kam es aber immer wieder zu Bergsenkungen, was das Gebiet für die Landwirtschaft unbrauchbar machte. So kam es in den 1990er Jahren zur Rückentwicklung und es entstand das heutige Feuchtbiotop.

Wasserbüffel und Heckrinder sorgen dafür das die Weidelandschaft und die Offenlandschaft beständig bleiben.

Wasserbüffel sind gute Schwimmer und kühlen sich gerne im Pfuhl. Dann liegen sie lange Zeit im Wasser. Die Tiere können ganzjährig in der Natur verbleiben. Im Winter vertragen sie durch ihr dichtes Fell Temperaturen von minus 24 Grad Celsius (KRAWCZYNSKI 2010).

Hervester Bruch
Wasserbüffel
Wasserbüffel
Wasserbüffel

Auch die Heckrinder sind robuste Rinder, die Feuchtgebiete gewohnt sind. Es ist eine Nachzucht des Auerochsen, allerdings sind die heutigen Heckrinder kleiner als der Ur. Die Stiere des Ur = Auerochse, sind schwarz, mit einem hellgrauen Strich auf dem Rücken. Sie Kühe sind etwas heller, von hellgrau bis schwarz. Auch die Kälber sind zunächst braun und ändern später die Farbe.

Heckrinder
Heckrind

Dem Besucher des Hervester Bruch stehen mehrere Indormationstafeln zur Landschaftsgeschichte und zum Leben der heimischen Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung. Es gibt eine große Biotopvielfalt für seltene Tiere und Pflanzen.

Der Wienbach, der die Landschaft wesentlich mitgestaltet, ist Teil von Natura 2000 . Der Bach ist kaum belastet und beherbergt deshalb viele Fisch- und Rundmaularten, wie Fluß- und Meerneunauge. Der Wienbach trägt zur Erneuerung der Fließgewässersysteme im Flachland bei und fließt in die Lippe.

Es gibt im Hervester Bruch zwei Aussichtskanzeln um die Natur beobachten zu können. Über einen Holzsteg geht es ein Stück durch das Schilf zu einer Plattform wo man auf ein großes Feuchtgebiet sehen kann. Im Schilf singt die Rohrammer und auf den Wiesen ist der Kiebitz zu Hause. Neben den Wasserbüffeln sucht die Bachstelze nach Nahrung.

Hervester Bruch
Storch

Auf der Rundwanderung begleitet uns der Gesang der Singvögel, wobei die Mönchsgrasmücker deutlich die Oberhand gewonnen hat. Die Grauammer hockt auf einem Zaunpfahl und läßt sich beim Sonnenbad nicht stören.

Auf den beiden Storchennestern haben sich Störche eingerichtet, ob sie bereits Junge haben können wir leider nicht erkennen.

Grauammer
Grauammer
Schnatterente
Schnatterente

Wir sind froh den Hervester Bruck erkundet zu haben. Bisher war uns das Gebiet noch fremd, obwohl es nur etwas über dreißig Minuten von Essen entfernt ist.

Hervester Bruch
Hervester Bruch
Hervester Bruch
Bachstelze

Urdenbacher Kämpe3

Urdenbacher Kämpe3 – weil es unser dritter Besuch im „Feld“ bei Düsseldorf ist. Feld – weil der Begriff „Kämpe“ für das Wort „Feld“ steht.

Erstmals waren wir im Juni 2107 hier. Es war sehr warm, aber auch damals waren wir von der „Urdenbacher Kämpe-Runde begeistert. Bei dem Besuch 2019 war die Kämpe ausgetrocknet. Es bot sich ein trostloser Anblick.

Urdenbacher Kämpe3 – im April 2020

Urdenbacher Kämpe3

Jetzt aber, im April 2020 haben wir wohl genau den richtigen Zeitpunkt getroffen. Bereits zu Beginn sehen wir vor dem wolkenlosen blauen Himmel einen Milan in der Luft seine Kreise ziehen. Die Blumenwiesen leuchten im Schein der Sonne und das Gelb der Sumpfdotterblume und das Weiß des Wiesenschaumkrauts, das Lila und blau anderer Pflanzen, deren Namen mir jetzt nicht einfallen, berauschen die Sinne.

Urdenbacher Kämpe3

Überall ist noch das Wasser des alten Rheinarmes zu sehen. Auf den Gewässern tummeln sich Enten, Blässhühner, Gänse und andere Wasservögel. Die Luft ist erfüllt vom Gesang der Singvögel. Den ersten Kuckuck in diesem Jahr hören wir und der Grünspecht läßt sein Lachen ertönen. Viele Tiere haben bereits erfolgreich gebrütet, während andere noch ruhig auf ihren Nestern sitzen. Einige führen bereits ihren Nachwuchs aus. Besonders schön sind die noch sehr kleinen Küken der Rostgänse, die im Gras aber meisten nicht, oder nur kurz zu sehen sind.

In den abgestorbenen Stämmen der Bäume sind die Löcher die die Stare als Nisthöhlen benutzen. An der Brücke wo man mit Glück auch den Eisvogel beobachten kann, sehe ich einen Buntspecht ganz in der Nähe und nebenan singt aus voller Kehle eine Mönchsgrasmücke. Beide sind aber bereits wieder verschwunden als ich meine Kamera zum Einsatz bringen will.

Urdenbacher Kämpe3
Urdenbacher Kämpe3
Rostgänse

Immer wieder öffnen sich neue Ansichten dieses herrlichen Feuchtgebietes. Zwischendurch sind Bänke die zum Verweilen einladen. Jede Bank trägt eine Inschrift wie „meine Zeit ist der Sommer“ oder „In der Ruhe liegt die Kraft“.

Der letzte Teil des Rundweges führt über einen Feldweg, der auf der einen Seite vom bereits gepflügten Feld gesäumt wird und auf der anderen Seite von prachtvollen alten Eschen begrenzt ist. Der letzte Kilometer führt direkt über eine der wunderschönen Blumenwiesen durch das Naturschutzgebiet.

Der gesamte Weg beträgt etwa 8 Kilometer. Ein Weg den wir am Abend auf dem Balkon noch einmal an uns vorbei ziehen lassen. Ganz spontan sagt meine Frau dann: “ So ein Bild vor Augen zu haben und dann sterben… das ist schön“.

Graureiher
Graureiher

Revanche

Die Revanche der Erde für die Vergehen an der Natur scheint gerade im großen Stil voran zu schreiten.

Die Häufigkeit von Epidemien und Pandemien steigt und geht mit Corvid-19 einem Höhepunkt entgegen. Entstanden durch den unkontrollierten Umgang mit Wildtieren und der Zerstörung der Umwelt. Die Erde scheint aber nicht nur Revanche an den Menschen zu nehmen.

Ein massenhaftes Sterben schreitet gerade von Rheinland Pfalz über Hessen und Thüringen bei den und anderen Singvögeln voran. Tausende Vögel sind der bisher unbekannten Infektionskrankheit zum Opfer gefallen. Bei den Blaumeisen hat das zur Folge das man bereits die Bestandsfrage stellt.

Ursache gefunden: siehe Nachtrag 1 – weiter unten im Text

Seit einigen Jahren greift das USUTU Virus bei den Amseln um sich. Jeden Sommer sterben unzählige Vögel an dem Virus, das sich von Jahr zu Jahr weiter in Richtung Norden ausbreitet. Von 2011 bis 2016 ging der Bestand an Amseln um 16 Prozent zurück. Neuerdings wurden bei Vögeln in sieben Fälle des West-Nil – Virus in Ostdeutschland entdeckt, das auch für den Menschen ansteckend ist.

Aus Asien kommt der Bsal-Pilz – auch Salamanderpest genannt. Von der Eifel über das Ruhrgebiet breitet sich die Pest aus und tötet unzählige Feuersalamander. Der Hautpilz droht den Bestand der Tiere zu vernichten.

Verheerenden Bränden in Australien, ausgelöst durch den voranschreitenden Klimawandel, fielen 1,25 Milliarden Tiere zum Opfer. Eine Fläche in der Größe von Österreich litt unter den schwersten Buschbränden die der Kontinent je erlebte. Tausende Koalas, Vögel, Kakadus und Kängurus verendeten in den Flammen. 30 Prozent der Koala Bestände sind verloren.

In den Regenwäldern des Amazonas vernichtet der Mensch die uralten Wälder. 9000 Brände wurden zum größten Teil von Menschen gelegt und breiteten sich durch die Trockenheit schnell aus. Es starben tausende Säugetiere, seltene Arten, Amphibien und Vögel. Das ist alles sicher nicht die Revanche der Erde an die tierischen Bewohner, es ist die Revanche an den Menschen, unter der nun als Folge auch die Tiere leiden müssen.

Um uns herum stirbt die Natur. Aus dem Blickwinkel geraten sind dabei die weiterhin existierende Schweinepest und die Vogelgrippe. Die Vernichtung der Ressourcen und die intensive Nutzung landwirtschaftlicher Flächen sorgten für das große Insektensterben. Die Lebensgrundlage der Feldvögel wurde zerstört und 70 – 90 Prozent dieser Arten sind bereits verschwunden. Massenhafter Zufluß von Gülle, die über die Flüsse die Ostsee erreichen, sorgen dafür das ganze Bereiche der Ostsee bereits tot sind. Dort existiert kein Leben mehr.

Die Reihe der menschgemachten Zerstörungen kann noch lange fortgesetzt werden. Die Überfischung der Meere, die Massentierhaltung, Austrocknung der Moore zu Gunsten der Landwirtschaft, Vernichtung alter Wälder für die Holzwirtschaft und und und…

Gegen den Corona Virus wird durch Politik und Bevölkerung konsequent vorgegangen. Da wird sogar auf persönliche Freiheiten verzichtet, Bewegung eingeschränkt, auf Urlaubsreisen verzichtet. Plötzlich ist kaum noch ein Flugzeug am Himmel, wo sonst alle drei bis vier Minuten ein Flugzeug zu sehen war (Essen-Bredeney-Maschinen im Anflug oder Abflug von un nach Düsseldorf).

Werden wir uns künftig auch im Kampf für unser Klima, für die Umwelt und die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder so heftig einsetzen wie gegen das Virus? Geben wir der Erde künftig keinen Anlass mehr für eine Revanche ?

Nachtrag 1 zum Meisensterben – 21.04.2020der Erreger ist ein Bakterium mit dem Namen „Suttonella Ornithocola“. Erstmals 1996 in England und Wales aufgetreten, 2018 erstmals in NRW registriert. Eine Gefährdung für Menschen und andere Tiere besteht nichtDie befallenen Tiere erleiden eine Lungenentzündung und Darmerkrankungen. gem. niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Nachtrag 2April 2020 – Im Raum Basel fallen die Stadttauben vom Himmel. Auch Meisen, Enten und andere Vogelarten sterben. Als Ursache wurde die Taubenpest nachgewiesen.

Die ansteckende Krankheit verbreitet sich über die Schnabelöffnung, die Bindehaut, sowie Nasensekret und Augensekret.

Als Überträger kommen Insekten Nagetiere und auch der Mensch in Frage. Die Krankheit endet bei den Tieren fast immer mit dem Tod. Auch Menschen können sich infizieren. Symptome sind Grippeerscheinungen und Bindehautentzündungen.

Zu Beginn der Paramyxovirus-Infektion beim Vogel treten allgemeine Symptome wie Fieber, Schnupfen (Rhinitis), Bindehaut-Entzündungen und wässriger, grünlicher oder gelblicher Durchfall auf. Erkrankte Vögel wirken oft weggetreten, sind schläfrig und matt. Außerdem können Probleme beim Atmen auftreten.

Das Paramyxovirus breitet sich immer weiter im Körper des Vogels aus und befällt neben den Atemwegen auch den Verdauungstrakt, die Nieren und das zentrale Nervensystem. Die Blutgerinnung ist gestört. Dadurch entstehen kleine, punktförmige, mitunter aber auch großflächige Blutungen in den beteiligten Organen. Haben sich die Paramyxoviren im Nervensystem angesiedelt, treten Nervenstörungen auf: Der erkrankte Vogel hält zum Beispiel den Kopf schief, zittert, seine Flügel und Beine können gelähmt und die Stimme verändert sein (aus Tiermedizinportal)

Zwillbrocker Venn

Zwillbrocker Venn – gelegen am Westrand des Münsterlandes, unmittelbar an der Niederländischen Grenze im Ortsteil Zwillbrock ist ein Teil der Gemeinde Vreden.

Die Tour startet an der Biologischen Station Zwillbrock. Hier ist der Zugang zum Rundweg um das Venn gut ausgeschildert. Gleich zu Beginn sehen wir die interessante Barockkirche St. Franziskus. Das Altarbild ist wie bei einer Theaterkulisse verschiebbar.

Der Weg durch das Zwillbrocker Venn liegt die meiste Zeit schön im Halbschatten. Zahlreiche Eichen und Birken säumen den Weg. Aus allen Ecken und Winkeln erschallt der Gesang der Vögel. Mehr als sechzig Vogelarten sind im Venn beheimatet.

Fitis

Zilpzalp, Fitis, Goldammer und viele andere Arten sind zu sehen und zu hören. Im Venn wurde ursprünglich Torf abgestochen. Später füllten sich die Senken mit Wasser. Heide, Stillgewässer , Feuchtwiesen und Moore prägen die Landschaft. Die Flachgewässer sind der ideale Lebensraum für die Flamingos. Das Zwillbrocker Venn ist die einzige Stelle wo es in Deutschland frei lebende Flamingos gibt. Auch der blaue Moorfrosch ist im März/April mit seinem Balzruf zu hören. Dafür waren wir aber wohl zu spät dran.

Zwillbrocker Venn
Goldammer

Flamingos im Zwillbrocker Venn

Zunächst siedelten sich Chile Flamingos im Venn an. Schließlich folgten europäische Rosaflamingos. Heute sind 40 Flamingos im Venn und bis Ende Mai rechnet man mit etwa 50 Tieren. Die Jungvögel kommen im Mai / Juni zur Welt und kehren nach einigen Jahren wieder in ihr Brutgebiet zurück. Die Wintermonate verbringen die Flamingos am Ijsselmeer, im Rheindelta und am Veluwemeer in den Niederlanden.

Im Hintergrund sieht man riesige Lachmöwenkolonien. 5000 Brutpaare sollen hier heimisch sein.

Zwillbrocker Venn
Flamingos

Es war unser dritter Besuch im Zwillbrocker Venn. Bei unserem ersten Besuch 2017 waren noch deutlich weniger Flamingos zu sehen und der Besuch im Jahr 2019 blieb uns in schlechter Erinnerung. Es war damals sehr heiß und die Monate vorher waren von viel Trockenheit und Dürre geprägt. Das Venn hatte kein Wasser mehr. Wo sonst die Flamingos und Möwen zu sehen war, war nichts mehr. Zudem war es die Zeit des Eichenprozessionsspinner, überall standen Warnschilder und Eichen gibt es hier sehr viele. Man war also mehr auf den eigenen Schutz bedacht, als auf die Natur zu achten. Wir hatten schon Sorge das die Flamingos für immer wegbleiben würden.

Jetzt aber, Ostern 2020 war das Bild ein völlig anderes. Feuchte Wiesen in saftigem Grün, angenehme Temperaturen, der Gesang der Vögel und die Möwen und Flamingos auf den Gewässern waren eine helle Freude. So hat man auch gerne eine der Bänke in Anspruch genommen, einen kleinen Imbiss genossen und die Seele baumeln lassen.

Auch wenn die Beobachtungs- und Aussichtstürme wegen der Corona Krise geschlossen waren, konnte man an genügenden Stellen das Treiben auf dem Wasser beobachten.

Auf der Heimfahrt schwärmten wir noch von dem schönen Tag im Zwillbrocker Venn.

Graugänse
2019 – das ausgetrocknete Venn
Zwillbrocker Venn
2017 im Zwillbrocker Venn

Ostern 2020

Ostern 2020 – herrliches Wetter, die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel. Bei nahezu sommerlichen Temperaturen wetteifern Amsel und Rotkehlchen mit ihrem Gesang. Da wirkt der Ruf der Buchfinken geradezu langweilig.

Es ist Mittwoch und am nächsten Tag beginnt Ostern 2020. Vor dem Discounter stehen die Leute in gewissem Abstand und warten auf die Ausgabe eines desinfizierten Einkaufswagen. Viele haben Schutzmasken auf. Einige gekaufte, aber auch viele selbst genähte Masken. Anleitungen zum selber nähen gab es im Internet viele, selbst die Feuerwehr gab eine Anleitung heraus.

Vieles ist anders in diesem Jahr. Die Szenerie die ich aus dem Auto beobachte, weil meine Frau zum Einkauf alleine in den Laden geht, wirkt bedrückend, fast unheimlich. Aber wir sind hier in keinem Horrorfilm von Stephen King, es ist Realität an Ostern 2020. Der Corona Virus, Corvid-19 , hat die Gesellschaft fest im Griff.

Wieder zu Hause begibt sich meine Frau in den kleinen Garten hinter dem Haus. Ein Rest an Arbeiten ist noch zu erledigen, der vor einigen Tagen nicht mehr geschafft wurde.

Der Leser wird nun sicher anmerken wieso der „Kerl“ da nicht hilft und auf dem Balkon sitzt. Das liegt daran das ich seit ein paar Jahren an COPD erkrankt bin, da fällt die Arbeit im Garten schwer. Auch ein Grund warum ich ich zur Risikogruppe gehöre. Vom Alter her gehören wir allerdings beide bereits in diese Kategorie.

Als letzte Tätigkeit bekommen die Vögel noch einmal Futter und die Vogeltränke wird gereinigt und mit frischem Wasser versehen.

Es ist Post im Briefkasten. Der Absender läßt auf keine gute Nachricht schließen. Stadt Essen – der Oberbürgermeister, schon überlege ich ob ich in letzter Zeit irgendwann zu schnell gefahren bin und geblitzt wurde. Es ist aber nur ein Brief den die Stadt an alle Bürger über 60 geschickt hat, um noch einmal die Verhaltensregeln aufzuführen. Seit mehreren Wochen hören wir das allerdings täglich- “ bleibt zu Hause „.

Allerdings werden ja auch Spaziergänge an der frischen Luft empfohlen um das Immunsystem zu stärken. Als COPD Patient ist die Bewegung fast schon Pflicht, um die Lunge zu erweitern. Die Hotspots in Essen, wie der Baldeneysee oder Zeche Zollverein sind uns zu belebt, da ist das Abstand halten schwierig. Der Grugapark ist geschlossen, was für viele nicht sehr logisch ist.

Deshalb fahren wir am Ostersamstag auch zum Zwillbrocker Venn um dort die Flamingos in freier Natur zu erleben.

Ostern 2020

Zwillbrock liegt unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden, am westlichsten Rand des Münsterlandes. Auf dem Weg dort hin, schickt uns das Navi ein Stück durch Holland und an der Grenze winkt uns die Polizei (deutsche Polizei) an die Seite. Was wir denn in Holland wollen, einkaufen oder an die Küste? Als ich dann antworte, dass wir im Zwillbrocker – Venn Vögel beobachten wollen, kann die Polizistin damit nichts anfangen und irgendwie macht sie einen verdutzten Eindruck als sie uns weiter winkt.

Zur Gemeinde Vreden gehört der Ortsteil Zwillbrock mit der Biologischen Station, die aber auch wegen Corona geschlossen ist, ebenso wie die Aussichts- und Beobachtungstürme im Venn.

Wenn sie einmal nach Zwillbrock fahren, wird ihnen gleich die barocke Kirche St. Franziskus am Zugang zum Rundweg durch das Venn auffallen. Ein Kuriosum befindet sich im Inneren dieser Kirche. Das Altarbild läßt sich wie eine Kulisse verschieben. Das gibt dem Küster die Möglichkeit zu den Weihnachtstagen ein anderes Altarbild anzubieten. Der Küster wird so zum Kulissenschieber.

Ostern 2020

Auch der Ostersonntag ist wieder ein richtig schöner Sommertag, mit Temperaturen um die 22 Grad. Unsere „Bochumer“ haben angerufen um gleich einmal kurz mit unserem Enkel Tom vorbei zu kommen.

Wieder eine Besonderheit an Ostern 2020. Wir stehen in der Wohnungstür und unterhalten uns mit den Kindern die im Treppenhaus stehen. Normalerweise würden wir jetzt alle zusammen in der Küche das Osteressen einnehmen. So aber wird es nur ein kurzer Besuch um sich gegenseitig ein „schönes Fest“ zu wünschen. Luisa, die Enkelin und ihre Eltern rufen wenig später an. Eigentlich wären sie jetzt im Osterurlaub auf einem Bauernhof in Niedersachsen. Dort säßen sie am Abend an dem großen Osterfeuer. Das ist nun eine kleine Feuerstelle in ihrem Garten.

So sieht die Kommunikation eben an Ostern 2020 aus. Keiner möchte Schuld haben, wenn einer der „Alten“ sich durch einen Besuch infizieren würde. So bleibt nur die Betrachtung des kleinen Osterpräsent auf dem Wohnzimmertisch und der Gedanke an bessere Tage.

Ganz schlimm ist es allerdings das wir unsere 94 jährige Mutter im Altenheim nicht besuchen können, zumal sie wegen eines Sturzes vor kurzer Zeit nicht sehr beweglich ist.

Irgendwann, wenn sich alles wieder normalisiert hat, werden wir hoffentlich alle in gemütlicher Runde beisammen sein und an die Corona-Zeit denken. Vielleicht kann man dann dieser Zeit sogar ein paar gute Dinge zuschreiben. So könnten die Verkäufer/innen ja auch künftig durch Plastik an den Kassen geschützt bleiben und das Drängen an den Kassen gibt es eventuell auch nicht mehr. Vielleicht erkennen viele auch, wie wichtig ein sorgsamer Umgang mit der Natur ist, um das Risiko weiterer Pandemien zu minimieren.

Bioakustik

Bioakustik – ist die Bezeichnung für die Erforschung der Tierstimmen. Das beinhaltet die Ergründung, wie die Laute organisch zustande kommen und welche Bedeutung die Lauterzeugung hat.

Wissenschaftler erforschen so die akustische Kommunikation im Tierreich und die unterschiedlichen Arten der Kommunikation untereinander.

Französische Forscher haben den Gesang des Rotkehlchens näher erforscht. Der kleine Vogel imponiert ja bereits durch sein rigorose Verteidigung des Revieres. Ich beobachte immer wieder wie er die Meisen von den Futterplätzen verjagt um dann von einem erhöhten Ast herab laut seinen Gesang erschallen zu lassen. Nach dem Motto „habe ich mich einmal wieder durchgesetzt“.

Bioakustik

Bei der Analyse der verschiedenen Gesänge konnten die Forscher durch die Bioakustik feststellen, welche Bedeutung die verschiedenen Rufe des Rotkehlchen haben. Dringt ein anderer Vogel in sein Revier ein, bedeutet der erste Ruf etwa „ich bin ein Rotkehlchen“, weiter geht es mit „ich bin aus der Gruppe…“ und ich spreche den Dialekt aus der Region….“- der letzte Gesang erklärt dann seine Stimmungslage „Achtung, ich bin gerade nicht gut drauf…“.

Durch die Bioakustik konnten die Forscher auch feststellen das die alten Vögel, in erster Linie die Männchen, den jungen Vögeln den Gesang erst beibringen müssen, bis diese ihn auch beherrschen. Im Versuch wurden junge Vögel gehalten, die keinen Gesang zu hören bekamen. Als adulte Vögel waren diese nicht in der Lage zu singen.

Manche Vögel besingen bereits das Gelege im Nest, in etwa so wie Menschen ja auch bereits mit dem ungeborenen Kind sprechen oder ihm Musik vorspielen.

Bioakustik erbrachte bei Fledermäusen ein sensationelles Ergebnis. Man fand heraus das Fledermäuse sich untereinander verständigen, wenn es zu eng wird und einige Fledermäuse begeben sich an eine separate Stelle um dort einen Gesang anzustimmen der dem der Vögel ähnelt, um einen Partner zu erobern.

Die Stimmen der Fledermäuse sind für den Menschen nicht hörbar und werden durch die Bioakustik hörbar und erforschbar gemacht.

Quelle: ARTE – wenn die Natur aufhorchen läßt