Landwirtschaftsform

Landwirtschaftsform Dreifelderwirtschaft – Entwicklung der Landwirtschaft vom 18. Jahrhundert bis heute.

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts gab es die Dreifelderwirtschaft. In dieser Landwirtschaftsform blieb ein Drittel des Ackerbestandes ein Jahr lang als Brache vom Anbau befreit. Bei der Dreifelderwirtschaft wird das Ackerland eines Dorfs  dreigeteilt. Auf einem Feld wird Wintergetreide, auf einem anderen Sommergetreide angebaut, das dritte bleibt ungenutzt (Brache). Auf diese Weise sollte sich der Boden erholen und mehr Ertrag geschaffen werden.

Auf der Brache wuchsen einjährige Gräser und Kräuter. Auch Getreidepflanzen wuchsen, weil die Felder noch Reste der Ernte am Boden beinhalteten.

Die einzelnen Erbflächen waren durch Bäume, Büschen und Hecken begrenzt. Teilweise wurde das Holz für den Hof benötigt. Angepflanzt wurden regionale Nutzpflanzen. Für die Arbeiten auf den Feldern wurden Ochsen und Pferde eingesetzt. Zwischen Roggen, Gerste und Weizen wuchsen Wildkräuter. Die Felder waren so ein Garant für die Artenvielfalt.

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Landwirtschaftsform – Vierfelderwirtschaft

Zur Mitte des 18. Jahrhunderts wandelte sich die Landschaftsform in eine Vierfelderwirtschaft. Auch der Anbau wandelte sich. Auf der Brache wurden nun Feldfrüchte wie Rüben gesetzt und Klee angebaut, sogenannte Gründungspflanzen. Flächen wurden mit Pumpen entwässert. Man schaffte auf die Weise eine zweite Getreidephase. Die Abgrenzung der Felder bestand nur noch aus Brombeerhecken, Wildrosen oder Weißdornhecken.

Die Brachen suchten Kiebitz, Feldlerche und Wachtel nun vergebens. Lediglich Grasmücken, Würger und Ammern profitierten von den Hecken, Watvögel und Rallen konnten nicht mehr existieren.

Landwirtschaftsform – die Chemie nimmt Einzug

1840 wies der Chemiker Justus von Liebig die wachstumsfördernde Eigenschaft von Phosphaten, Stickstoff und Kalium nach. Nun kommen auf den Feldern mineralische Dünger zum Einsatz. Guano, Vogeldung der Seevögel, wird importiert und die wirtschaftliche Produktion steigt um 90 Prozent.

1908 erfindet der Chemiker Fritz Haber die katalytische Ammoniak-Synthese. Aufbauend auf diese Erfindung schafft Carl Bosch mit dem Haber-Bosch-Verfahren eine preisgünstiges Verfahren zur Herstellung synthetischer Düngemittel.

Anstelle von Pferd und Ochse treten nun Traktoren und andere Maschinen zur Erledigung der Feldarbeiten. Die Grundlage für die intensive Landwirtschaft ist geschaffen. Die schnelle Entwicklung in Deutschland wird aber durch den ersten Weltkrieg zunächst verhindert.

Landwirtschaftsform – industrielle Landwirtschaft

Zu den wichtigsten Zielen der Nationalsozialisten im dritten Reich gehört eine autarke Landwirtschaft. Deshalb kommt es bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges zu einer stark ansteigenden Mechanisierung der Landwirtschaft.

Der Sperling wird als Feind der Landwirtschaft auserkoren, weil er die Saat frißt. Die „Schlacht“ gegen den Sperling geht allerdings durch den Kriegsausbruch „verloren“. Wenn man die Folgen eines Krieges gegen die Vögel sehen will, muß man einen Blick nach China werfen, wo Mao Zedong bereits einmal einen derartigen Feldzug durchführte. Die Folge waren unzählige Tote durch Unterversorgung.

Die Erzeugungsschlacht wird durch die drastische Entwässerung von Mooren, Sümpfen und Marschen an den Küsten, zur Landgewinnung für die Landwirtschaft, forciert. Hecken, Bäume, Sträucher sind nun verschwunden. Die Grundlage für das Leben der Feldvögel verschwindet. Leidtragende sind im Besonderen der Kiebitz und die Wartvögel

Landwirtschaftsform und Agrarchemie

Mit dem Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden beginnt Mitte der 1950er Jahre der Einfluß der Agrarchemie auf die Landwirtschaft. Herbizide werden zur Vernichtung der Wildkräuter eingesetzt, Roundup – Glyphosat wird in Mengen auf das abgeerntete Feld aufgebracht um auch die letzten Pflanzen zu vernichten, bevor das Land neu bewirtschaftet wird. Insektizide töten Raupen und andere Insekten. Fungizide werden gegen Pilze eingesetzt und Molluskizide gegen Schnecken.

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Für Feldvögel und Insekten beginnt ein massenhaftes Artensterben. In gleichem Maße wie die Arten sterben, verlieren auch kleine landwirtschaftliche Betriebe ihre Existenz. Die Zahl der Traktoren steigt von 1949 – 1975 auf 1,2 Millionen. In gleicher Größenordnung steigt auch die Zahl der Mähmaschinen und Sämaschinen. Viehzucht erfolg nahezu ausschließlich in riesigen Ställen – Massentierhaltung entsteht. Dadurch wird eine Unmenge an Gülle erzeugt die die Äcker überschwemmen. Gülletourismus ist ein beflügeltes Wort. Die Sorge um das Grundwasser und die Vergiftung der Gewässer durch Gülle nimmt stark zu.

Flurbereinigung

Bereits 1953 wird zur Verbesserung der Prouktivität und der Arbeitsbedingungen in der Forst- und Landwirtschaft ein Gesetz zur „Regelung von ländlichem Grundbesitz durch Maßnahmen nach dem Flurbereinigungsgesetz“ verabschiedet.

Ein Viertel der westeuropäischen Landwirtschaftsflächen waren 1963 davon betroffen. Kleine Flurstücke wurden zu großen Stücken zusammengeführt.

1976 wurde das Gesetz novelliert und erhält den Passus „Sicherung und Erhaltung des gewachsenen Landschaftsbild und der ökologischen Gesamtverhältnisse im jeweiligen Gebiet.“

Weder die Politik noch die Landwirtschaft scheint diesen Absatz jedoch wirklich ernsthaft in Betracht zu ziehen. Alleine in Schleswig Holstein verschwanden in den ersten Jahren der Flurbereinigung 30.000 Kilometer Wallhecken. Auf einem Flurstück von 250 Hektar blieben von ursprünglich 95 Kilometer langen Hecken lediglich 6 Kilometer. Da kann man wohl kaum von einem ökologischen Gesamtverhältnis reden.

Die Entwicklung der Landwirtschaft darf nicht auf diesem Weg weitergehen. Es ist an der Zeit sich zu Besinnen. Es ist gut das mittlerweile wieder mit der Bewässerung von ehemaligen Mooren begonnen wurde. Auch wenn die Bio-Betriebe an Zahl zunehmen, beträgt der Anteil an der gesamten lanwirtschaftlichen Fläche gerade mal 7 Prozent. Man kann nicht weiter zu sehen wie die Insekten und Feldvögel veschwinden. Irgendwann ist ein Punkt erreicht an dem ein Zurück nicht mehr möglich ist.

Die EU muß die Förderung und den Einsatz finanzieller Mittel neu überdenken und die Anteile an nachhaltige Betriebe stärker fördern. Zum Wohle der Tiere muß auch dem Verbraucher verdeutlicht werden, dass die Fleischpreise auf dem ständig unglaublich niedrigen Preisniveau nicht zu halten sind.

Auch den kleineren landwirtschaftlichen Betrieben muß es möglich sein von ihrer Arbeit leben zu können, dafür muß auch ein fairer Handel möglich sein in dem nicht die großen Discounter die Preise diktieren.

Quellen: wikipedia/Vogelwelt im WandelDaniel Lingenhohl

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